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FPÖ-Kritik an Transgender-Life-Ball-Plakat: Werberat solle einschreiten

Das Aufreger-Sujet-Plakat für den Life Ball
Das Aufreger-Sujet-Plakat für den Life Ball ©Vienna.at/Lukas Krummholz
Zahlreiche Verstöße gegen den Ethik-Kodex der Werbewirtschaft wittert FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl in Bezug auf das aktuelle, nicht unumstrittene Sujet, mit dem in Wien für den Life Ball geworben wird. Kritisiert wird die "geschmacklose" Abbildung eines "splitterfasernackten Transgender".
Life Ball-Plakat provoziert
Das umstrittene Sujet
"nackte männer": Protest
Beschwerden beim Werberat

Das aktuelle Sujet für den Wiener Life Ball, auf dem das Transgender-Model Carmen Carrera vollkommen hüllenlos einmal mit männlichen und einmal mit weiblichen Geschlechtsteilen zu sehen ist, polarisiert ohne Frage.

Verstoß gegen Ethik-Kodex mit Life-Ball-Plakat?

Wenig überraschend ist, dass nun dazu eine kritische Wortmeldung seitens der FPÖ aufkam, deren Generalsekretär Kickl am Mittwoch in einer Aussendung forderte, dass der Werberat das Life-Ball-Plakat untersagen müsse.

Das Plakat widerspräche Kickl zufolge “in mehreren Punkten der freiwilligen Selbstbeschränkung und dem Ethik-Kodex der Werbewirtschaft”.

Seitenhiebe auf Conchita Wurst

Mit Seitenhieben auf Song Contest-Siegerin und Travestiekunstfigur Conchita Wurst wetterte Kickl: “Auch wenn die Homo- und Transgenderlobby wegen des Songcontest-Erfolges ihrer Gallionsfigur völlig aus dem Häuschen ist und nun offenbar der Meinung ist sich alles erlauben zu können, gelten noch immer ethisch-moralische Grundsätze und die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes”.

Weiters führt er aus: “Die Abbildung eines nackten Transgender mit halberigierten (sic!) Penis widerspricht gleich in mehreren Punkten einschlägigen Bestimmungen.”

Erinnerung an Sujet für Ausstellung “nackte männer”

Kickl zieht in diesem Kontext Vergleiche mit einem Sujet zur Ausstellung “nackte männer”, die 2012 im Wiener Leopold Museum gezeigt wurde. Das anfangs affichierte Plakat dazu hatte drei unbekleidete Fußballer gezeigt, was für einigen Wirbel sorgte (“Protest gegen Penisse”).

Letztendlich waren die Plakate aufgrund zahlreicher Proteste im Nachhinein von offizieller Seite zensiert worden. “Wenn manche es nicht ertragen, einen nackten Menschen zu sehen, ist das zu respektieren”, hieß es damals seitens des Leopold Museums.

Künstlerische Darstellung – und deren Zensur

Man betonte auch, man habe mit der “künstlerischen Darstellung” (es handelte sich um ein Sujet der französichen Foto-Künstler Pierre et Gilles) weder Kinder noch Erwachsene verstören wollen.

Dass es sich auch im Fall des Life Ball-Plakats um ein künstlerisches Sujet des US-amerikanischen Fotografen David LaChapelle handelt, tut der derzeit aufkommenden Aufregung darum keinen Abbruch. Einzelne in Wien affichierte Plakate wurden bereits eigenmächtig zensiert, indem unbekannte Sprayer die primären und sekundären Geschlechtsorgane darauf schwarz übersprühten.

Empörung: “Mama, warum hat die Frau einen Pipimann?”

Auch in der Vienna Online-Redaktion gingen bereits Rückmeldungen empörter User ein, die mit dem provokant anmutenden Sujet so ihre Probleme haben – unter anderem meldete sich eine besorgte Mutter zu Wort, die in Erklärungsnotstand geraten war, als sie ihr zweijähriger Sohn in der U-Bahn aufgeregt fragte, wieso die Frau auf dem Plakat einen “Pipimann” habe und verstört anfing,  Vergleiche zu seinem eigenen Körper anzustellen.

Andere finden das Sujet nicht nur weniger problematisch, sondern haben daran Gefallen gefunden: Ein User wandte sich mit der Frage an VIENNA.AT, ob dieses nicht vielleicht auch als T-Shirt erhältlich sei und wo er dieses denn bekommen könne.

Einschreiten des Werberats gefordert

Zurück zur Kritik der FPÖ: Kickl berief sich auf den Ethik-Kodex der Werbewirtschaft und die Vorgabe, dass demzufolge keine die Intim- bzw. Privatsphäre berührenden Darstellungen erfolgen dürften, die geeignet sind, bestimmte Gruppen der Bevölkerung in ihren Gefühlen zu verletzen. “Werbung darf die kindliche Vorstellungskraft nicht überfordern oder missbrauchen”, so der FPÖ-Generalsekretär.

Er betonte, dass das Life-Ball-Plakat gleich in mehreren Punkten indiskutabel sei und daher nicht affichiert werden dürfe (wofür es allerdings schon zu spät ist, da die Plakate ja bereits hängen, Anm.) und forderte ein rasches Einschreiten des Werberates.

Ob dem Life Ball-Plakat wohl ähnlich wie bei “nackte Männer” demnächst die Zensur droht? VIENNA.AT hält Sie auf dem Laufenden.

(DHE)

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