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FPÖ-Kollegen bespitzelt - Das sagt Strache zum Spionage-Vorwurf

Gudenus und Nepp sollen von einem Detektiv im Auftrag HC Straches beobachtet worden sein.
Gudenus und Nepp sollen von einem Detektiv im Auftrag HC Straches beobachtet worden sein. ©APA
HC Strache soll nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos einen Detektiv auf mindestens zwei seiner FPÖ-Kollegen angesetzt - auf Parteikosten. Strache selbst wies die Vorwürfe zurück.
Strache soll Gudenus bespitzelt haben

Einem Bericht der "Kronen Zeitung" zufolge glaubte der ehemalige FPÖ-Chef nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos an eine freiheitliche Verschwörung gegen ihn. Aus diesem Grund soll er einen Detektiv beauftragt haben, um unter anderem seinen Parteifreund Johann Gudenus zu bespitzeln.

Strache postet Statement

Strache selbst dementierte die Vorwürfe gegen ihn am Nachmittag in einer knappen Stellungnahme.

Auf Facebook schrieb er, dass es von ihm keinen Auftrag an einen Detektiv gegeben habe und daher auch keine Rechnung an die Partei. Die Herkunft der Überwachungsfotos erklärte er folgendermaßen: "Es gab nach der Aktion des kriminellen Ibiza-Netzwerks engagierte Bürger, welche Hintermänner und Akteure der Ibiza Causa unter Zuhilfenahme von Privat-Detekteien ausfindig machen und zur Aufklärung beitragen wollten", schrieb Strache. "Mit manchen war ich in Kontakt und diese teilten ihre Ermittlungsergebnisse mit mir."

Gudenus und Nepp im Visier

Auf den veröffentlichten Fotos ist Gudenus etwa neben seinem Wagen und beim Verlassen eines Restaurants gemeinsam mit seinem Anwalt zu sehen. Die schwarz-weißen Überwachungsfotos von Juni wurden bei der Hausdurchsuchung in Straches Klosterneuburger Villa im Zusammenhang mit der Causa Casinos durch die Soko Ibiza sichergestellt.

Bespitzelt wurde auch Straches Nachfolger als Wiener FPÖ-Chef, Dominik Nepp. Das Landesamt für Verfassungsschutz- und Terrorismusbekämpfung (LVT) soll in dieser Angelegenheit ermittelt haben, schrieb die "Krone" am Donnerstag.

Nepp zeigte sich nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Strache menschlich enttäuscht. "Ich dachte wir wären Freunde gewesen", schrieb der Landesparteiobmann in einer Stellungnahme auf Facebook. Seiner Frau sei bereits im Sommer eine verdächtige Person aufgefallen, berichtete er. Mitte September habe er den Verdacht, ausspioniert zu werden, bei den Behörden gemeldet. Diese hätten eine "private Überwachungsaktion meiner Person und offenbar auch meiner Familie", bestätigt. Wer dahinter steckte, wurde Nepp offenbar erst am Donnerstag klar.

Der hauptsächlich ins Visier des Detektivs geratene Gudenus ließ am Donnerstag seinen Anwalt für sich sprechen. Strache sollte mittlerweile erkannt haben, dass Gudenus selbst Opfer einer Videofalle geworden ist, richtete Heinz-Dietmar Schimanko im Ö1-"Mittagsjournal" aus und zeigte wenig Verständnis für die kolportierten Spionage-Aktivitäten.

Hofer will Rechnung weiterleiten

Brisant ist auch, dass der jetzige FPÖ-Chef Norbert Hofer am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz behauptete, Strache hätte die Kosten für die Aktion über die Partei abgerechnet. Er bestätigte, dass eine Rechnung für einen Detektiv bei der Partei eingelangt, aber noch nicht bezahlt worden sei. Deshalb wolle er die Rechnung einfach "an den Auftraggeber" weiterleiten, kündigte er an. Gewusst habe er von den "seltsamen" Spionage-Aktivitäten nichts, so Hofer. Er sei jedenfalls "not amused" darüber.

(APA/Red.)

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