Fotos der sterbenden Diana

Die beiden Söhne von Prinzessin Diana haben mit Abscheu und Empörung auf die Veröffentlichung eines bisher unter Verschluss gehaltenen Fotos ihrer sterbenden Mutter reagiert.

Sie seien „tief traurig über eine derartige Niveaulosigkeit“, erklärten die Prinzen William (24) und Harry (21) am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Zugleich appellierten beide an die Medien der Welt, keine Fotos zu publizieren, die „uns, unserem Vater, der Familie unserer Mutter und all jenen, die sie liebten und respektierten, große Schmerzen zufügen“. Sie betrachteten es als ihre Pflicht, das Andenken ihrer Mutter zu verteidigen, so wie Diana einst sie beschützt habe.

Italienische und spanische Blätter hatten ein Schwarz-Weiß-Foto der sterbenden Diana gedruckt und damit in Großbritannien große Empörung ausgelöst. „Schande über Euch“, titelte am Freitag die Boulevardzeitung „Sun“. Auf dem Bild ist zu sehen, wie ein Nothelfer versucht, die bei einem Unfall in Paris schwer verletzte Prinzessin auf dem Rücksitz der Limousine mit Hilfe einer Sauerstoffmaske zu beatmen. Es zeuge von „sehr schlechtem Geschmack“, so ein Foto zu veröffentlichen, kritisierte der Diana Memorial Fund.

Bisher galt in der Medienbranche international ein stillschweigendes Abkommen, keine Bilder von Diana zu drucken, die sie im Todeskampf zeigen. Der Verband Diana Circle UK, der sich um das Andenken der Prinzessin kümmert, bezeichnete die Veröffentlichung als „widerlich“ und erklärte: „Dies zeigt, dass Diana von einigen immer noch gejagt wird, obwohl sie sich gar nicht mehr wehren kann.“

Der Kaufhaus-Besitzer Mohammed al Fayed, dessen Sohn Dodi mit Diana liiert war und ebenfalls bei dem Unfall am 31. August 1997 in dem Pariser Autotunnel ums Leben kam, warf der Illustrierten vor, ohne Rücksicht auf die betroffenen Familien die Auflage steigern zu wollen. „Diese herzlose Jagd nach Geld bringt Schande über die Verantwortlichen für eine solch abscheuliche Publikation.“

Diana und Dodi al Fayed waren damals auf der Flucht vor Pressefotografen, die auch am Unfallort Bilder machten. Als erste hatte am Donnerstag die italienische Illustrierte „Chi“ eine dieser Aufnahmen „weltexklusiv“ veröffentlicht. Auch die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ und das spanische Promimagazin „Interviu“ brachten das Foto. Es wurde einem Buch entnommen, das in Frankreich erscheinen soll.

Die britische Zeitung „Daily Mail“ wies darauf hin, dass „Chi“ von einer Unternehmensgruppe herausgegeben werde, deren Geschäftsführerin Marina Berlusconi sei. Sie sei „die älteste Tochter des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi – ein enger Freund von Tony Blair“. Die Publikation des Bildes sei nur wenige Wochen vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der Untersuchung von Scotland Yard zum Tod Dianas erfolgt.

Derweil verteidigte der „Chi“-Chefredakteur Umberto Brindani den Abdruck des Bildes. „Sie ist nicht tot auf dem Bild. Und sie sieht aus, wie eine schlafende Prinzessin“, zitierte ihn die „Daily Mail“. Der Zeitung „Daily Mirror“ sagte er: „Ich habe es aus einem sehr einfachen Grund veröffentlicht – es war bisher noch niemals zu sehen.“

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