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Fossett brach Streckenrekord

Der amerikanische Abenteuer-Flieger Steve Fossett hat am Samstag den 20 Jahre alten Streckenrekord für Nonstop- Flüge mit einem Motorflugzeug gebrochen.

Nach 76 Stunden und 42.469 Kilometern landete er am Samstag mit seinem Flugzeug Virgin Atlantic GlobalFlyer im britischen Bornemouth und vollendete damit den längsten Flug ohne Unterbrechung und Zwischentanken in einem Flugzeug.

Dabei blieb es bis zuletzt spannend: Wegen eines Stromausfalls an Bord musste Fossett in Bournemouth notlanden statt wie geplant in Kent, während der Landung konnte er wegen einer vereisten Cockpit-Scheibe nur wenige Meter weit sehen, schließlich platzten ihm beim Aufsetzen zwei Reifen. „Es war ein schwieriger Flug. Ich hatte Glück, dass ich es geschafft habe“, freute sich der erschöpfte Fossett.

Schon beim Start vom US-Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral am Mittwoch hatte der 61-jährige Fossett mit ersten Problemen zu kämpfen, als seine Maschine mit Vögeln kollidierte. Das Klimasystem versagte, und acht Stunden lang herrschten im Cockpit Temperaturen von 54 Grad Celsius, so dass Fossett einen großen Teil seiner zehn Liter Trinkwasservorrat aufbrauchte. Über Indien geriet der frühere Börsenmakler in schwere Turbulenzen. In der Angst, die Flügel seines GlobalFlyers könnten abbrechen, legte er zeitweise den Fallschirm an. Kurz vor seiner Landung am Samstag ging ihm dann noch fast der Treibstoff aus, so dass Fossett zeitweise vor der Entscheidung stand, mitten über dem Atlantik umzudrehen und nach Nordamerika zurückzufliegen und damit seinem Rekordversuch scheitern zu lassen.

Während seines dreitägigen Fluges ganz allein im winzigen Cockpit gönnte sich der Abenteurer jeweils nur knapp zehnminütige Schlummer-Pausen und ernährte sich von Milch-Shakes.

Der Rekord sei „sehr wichtig“ für ihn, sagte Fossett nach seiner Landung. „So weit ist noch nie jemand in einem Flugzeug oder irgendeinem anderen Fluggerät gekomen.“ Brian Jones, der gemeinsam mit dem Schweizer Bertrand Piccard 1999 im Ballon den bisherigen Weitflug-Rekord aufgestellt hatte, gratulierte Fossett zu dessen Erfolg. „Ich bin nicht sehr glücklich darüber, dass ich meinen Rekord verliere, aber ich könnte mir keinen netteren Typen vorstellen, um ihn zu brechen.“ Auch Piccard beglückwünschte Fossett zu seinem „wunderbaren Flug“.

Fossett hat bisher 102 Rekorde im Segeln, Fliegen und Segelfliegen aufgestellt, von denen 62 bis heute bestehen. Bei seinen zahlreichen Abenteuern ist er viele Male nur knapp dem Tode entgangen. So stürzte er beispielsweise einmal 9.000 Meter tief vor Australien ins Meer, weil sein Ballon vom Sturm zerfetzt wurde. Er schwamm durch den Ärmelkanal, durchquerte mit dem Hundeschlitten Alaska, bestieg Achttausender und segelte um die Welt. Weltberühmt wurde er 2002, als er als erster Mensch allein im Ballon die Erde umrundete. Nach eigenen Worten wird er bei seinen Abenteuern nicht von Ruhmsucht geleitet, sondern von der Herausforderung. „Ehrlich, ich tue das wegen der Befriedigung, die mir diese Leistungen verschaffen“, sagte er einmal im AFP-Interview. Es mache ihm einfach große Freude, „etwas schneller oder weiter zu tun, als jemals jemand zuvor“.

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