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Fortschritte im Nordkorea-Konflikt

Die USA und Südkorea befinden sich nach eigener Auffassung mit ihren Bemühungen um eine Beilegung des Konflikts um Nordkoreas Atomprogramm auf dem richtigen Weg.

Nordkorea habe angedeutet, dass es „multilaterale Gespräche zur Lösung der Nuklearfrage akzeptieren wird“, erklärte am Montag das Büro des südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun. Pjöngjang füge sich damit den Bemühungen Seouls und der Staatengemeinschaft um eine Lösung durch Dialog. US-Präsident George W. Bush hatte sich zuvor zufrieden über einen „guten Fortschritt“ in dem Atomstreit mit dem kommunistischen Land geäußert.

Südkoreas Vereinigungsminister Jeong Se Hyun sagte unterdessen vor einem Parlamentsausschuss, dass Seoul bisher Sechs-Länder-Gespräche über den Nordkorea-Konflikt unter Einschluss der beiden Koreas, der USA, Chinas, Japans und Russlands vorschwebten. Jeong habe allerdings deutlich gemacht, dass die Frage des richtigen „Gesprächsformats“ noch in Beratungen mit den USA abgestimmt werden müsse, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Seoul. Die USA hätten ursprünglich etwa zehn Länder, darunter die fünf Ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates, beteiligen wollen.

Nach monatelangem Tauziehen um eine Einstellung des Atomprogramms hatte Pjöngjang erstmals ein Einlenken angedeutet. Entgegen der bisherigen Position Nordkoreas erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang am Samstag über die amtlichen Medien, das Land werde nicht auf einer bestimmten Gesprächsform bestehen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass Washington in seiner Nordkorea-Politik zu einem „kühnen Wechsel“ bereit sei. Bisher hatte Pjöngjang ausschließlich direkte Gespräche mit Washington gefordert. Nordkorea wirft den USA vor, eine feindliche Politik gegenüber dem Land zu betreiben. Pjöngjang hat der US-Regierung außerdem in den vergangenen Wochen mehrfach unterstellt, nach dem Irak-Krieg auch den Norden der koreanischen Halbinsel angreifen zu wollen.

Bush sagte am Sonntag in Washington, die Bemühungen um eine multilaterale Beilegung schienen Früchte zu tragen. „Das sind sehr gute Nachrichten für die Menschen im Fernen Osten, die über Nordkorea und seine Bereitschaft zur Entwicklung nuklearer Waffen besorgt sind.“

Der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten Roh, Ra Jong Yil, äußerte am Montag die Vermutung, dass der Irak-Krieg einen Einfluss auf Nordkoreas Positionsänderung gehabt habe. Der Krieg habe die geopolitische Landschaft verändert, sagte Ra vor Reportern in Seoul. Nordkoreas flexiblere Haltung stamme wohl daher, dass es international in keiner vorteilhaften Position sei.

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