Formel 1 für VW noch kein Thema

VW-Motorsportreprä­sentant Hans-Joachim Stuck hofft auf eine "Lücke" für Christian Klien.

VN: Sie wohnen in Tirol, sind ein Ur-Bayer, waren fast drei Jahrzehnte unzertrennlich mit BMW verbunden. Vor einem halben Jahr kam überraschend der Wechsel zu VW. Warum?
Stuck:
Es hat sich eben im richtigen Moment die Gelegenheit ergeben, sich im VW-Konzern um die Motorsport-Koordination und -Kommunikation zu kümmern. Volkswagen hat ja mehrere Marken, Audi in der DTM, Seat in der WTCC, Skoda im Rallye-Sport. Wenn man da seine Erfahrung einbringen kann und man merkt, dass die auch geschätzt wird, ist das eine tolle Sache.

VN: Was sind Ihre Aufgaben bei VW?
Stuck:
Die Vorstände beraten nach Rücksprache mit mir, welche Tochter-Marke sich in welcher Meisterschaft engagieren soll. Eine große ­Aufgabe für mich ist auch das Thema „Alternative Energien“. Daneben geht es um gute Kommunikation, damit wir einen guten Draht zu den Automobilsportbehörden oder zu mächtigen Leuten wie Max Mosley oder Bernie ­Ecclestone haben.

VN: Immer wieder tauchen Gerüchte auf, wonach VW einen F-1-Einstieg plane?
Stuck:
Für einen Automobil-Weltkonzern wie VW ist die Formel 1 immer ein Thema. Ein Einstieg in den nächsten drei Jahren ist aber nicht ­realistisch. Es gibt noch Unsicherheiten im Reglement, die Motoren sind eingefroren.

VN: Mit Ihren beiden Söhnen fährt mittlerweile bereits die dritte Generation Ihrer Familie Autorennen?
Stuck:
Johannes (21) fährt GT-Rennen in der Langstreckenmeisterschaft, Ferdinand (17) versucht sich in der Formel-ADAC-Masters-Serie. Wir haben intern für 2010 den Plan, beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife als gemeinsames Team anzutreten.

VN: Ist Ihnen bekannt, dass Ihr Vater Hans Stuck die allererste Vorarlberger Automobilrennsport-Veranstaltung – das Arlberg-Bergrennen 1927 – gewonnen hat?
Stuck:
Ich habe gehört, dass er über den Flexenpass gefahren ist. Das es ein richtiges Arlbergrennen gegeben hat und er gewonnen hat, ist mir neu. Ich habe das Glück, eine Legende als Vater zu haben, der menschlich sehr geschätzt wurde. Er war Motorboot-Europameister, hat Geschwindigkeitsweltrekorde aufgestellt, war Zwischenkriegs-GP-Pilot bei Auto Union, Berg-Europameister und wurde mit 60 Jahren Deutscher Bergmeister. Ich werde diese Erfolge nie erreichen. Er wird immer ein großes Vorbild für mich und meine Söhne bleiben.

VN: Sie sind 74 Formel-1-Rennen gefahren, waren 1977 zweimal als Dritter am Podium und sind ein Insider. Was halten Sie von Christian Klien?
Stuck:
Ich habe das Kommen, Gehen und das Comeback von Christian verfolgt und bin jetzt froh, dass er bei BMW-Sauber Testfahrer ist. Man kann für ihn nur hoffen, dass irgendwo eine Lücke aufgeht. Gut gefunden habe ich, dass er in Le Mans gefahren ist, wo er einen guten Job abgeliefert hat. Er ist dadurch bei anderen Sportwagen-Teams bekannt geworden – es gibt ja nicht nur die Formel 1. Wenn er wieder einen guten Platz findet, fährt er vorne mit.

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