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Flugzeugunglück vor Sizilien

Nach dem Flugzeugunglück im Meer vor Sizilien haben Rettungsmannschaften am Sonntag die Suche nach den zwei oder möglicherweise drei vermissten Passagieren fortgesetzt. 

Bei der Notwasserung am Samstag waren bis zu 16 Menschen gestorben.

Andere Quellen sprachen von 13 Toten. In der Nacht auf Sonntag wurde weiter mit Schiffen und Booten nach den Vermissten gesucht, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Jedoch gebe es für sie kaum noch Hoffnung, hiess es.

Die Maschine der tunesischen Fluggesellschaft Tunint Air war am Samstag 13 Seemeilen vor der Küste der sizilianischen Hauptstadt Palermo bei einer Notwasserung abgestürzt.

Unter den Toten waren zwei Kinder im Alter von vier und zwei Jahren. Die Opfer sind nach Behördenangaben alle Italiener mit Ausnahme eines tunesischen Stewards.

Motorendefekt als Ursache

Die 23 Überlebenden des Unglücks befanden sich in den Spitälern von Palermo. Die meisten kamen nach dem Aufprall auf der Meeresoberfläche mit einer schweren Gehirnerschütterung davon. Andere erlitten Brandwunden.

Die Ermittler vermuten, dass kurz vor dem Absturz ein Feuer an Bord ausgebrochen ist. Einige der Überlebenden sind schwer verletzt, darunter der tunesische Pilot, Co-Pilot und ein Stewart.

„Die Motoren haben zunehmend an Kraft verloren, daher ist die Notwasserung missglückt“, berichtete der sichtbar geschockte Pilot, der Maschine des Typs ATR72. Er hatte zuvor eine Notlandung in der sizilianischen Hauptstadt Palermo versucht, konnte das Festland jedoch nicht mehr erreichen.

Untersuchung eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft von Palermo leitete eine Untersuchung über das Unglück ein. Experten sind sich darüber einig, dass ein Motordefekt Ursache der Katastrophe ist. An den Ermittlungen werden sich auch tunesische und französische Behörden beteiligen. Die Maschine der Tunint Air war in Frankreich gebaut worden.

Die Ermittler suchen unterdessen nach dem Flugschreiber der Unglücksmaschine. Das Flugzeug war bei der Notwasserung in drei Stücke zerbrochen. Nase und Heck der Maschine versanken.

Die meisten Opfer stammten aus Bari

Das Flugzeugunglück ist ein schwerer Schlag für die süditalienische Stadt Bari. Die meisten Passagiere, die von dieser Hafenstadt gestartet waren, um auf die tunesische Badeinsel Djerba zu fliegen, stammen von dort.

„Wir hatten uns für Ferien auf Djerba entschieden, weil wir hofften, dass die Insel vor der Terrorgefahr sicherer als Ferienorte in Ägypten ist. Niemand hätte gedacht, dass unsere Ferien in einer Tragödie enden würden“, berichtete eine Passagierin.

Am frühen Morgen startete aus Bari ein Flieger mit Angehörigen der Opfer und Verletzten nach Palermo. In der Poliklinik von Palermo wurde eine Aufbahrungshalle für die Todesopfer geöffnet. So konnten bislang acht Opfer identifiziert werden.

Die Verwandten würden von Ärzten und Psychologen betreut, hiess es. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi und Ministerpräsident Silvio Berlusconi drückten den Angehörigen ihre Anteilnahme aus.

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