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Flüchtlingsdrama: Strafen für Schlepper beantragt

Nach der Schiffskatastrophe am 18. April 2015 im Mittelmeer, bei dem 800 Flüchtlinge ums Leben gekommen sind, hat die Strafanstalt der sizilianischen Stadt Catania am Dienstag eine Haftstrafe von 18 Jahren für den Kapitän des gekenterten Schiffes und von sechs Jahren Haft für ein Crewmitglied beantragt.


Die beiden Angeklagten wurden kurz nach dem Unglück, eines der größten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer, festgenommen. Der 27-jährige tunesische Kapitän und der um zwei Jahre jüngere Syrer beteuern ihre Unschuld. Es gebe jedoch konkrete Beweise für ihre Schuld, berichteten italienische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Das Besatzungsmitglied machte den Kapitän für die Kollision mit einem portugiesischen Handelsschiff verantwortlich, die zum Kentern des Flüchtlingsbootes in libyschen Gewässern geführt hatte. Das Schiff wird zurzeit von der italienischen Marine geborgen.

Dem Kapitän werden vielfache fahrlässige Tötung, Verursachen eines Schiffsuntergangs, Freiheitsberaubung und Beihilfe zur illegalen Migration vorgeworfen. Vor der Abfahrt seien die Flüchtlinge schwer misshandelt worden, sagte der Staatsanwalt von Catania, Giovanni Salvi. Das rund 20 Meter lange Schiff war nach dem Zusammenstoß mit einem portugiesischen Frachter, der auf ein Notrufsignal reagiert hatte, gesunken. Nur 28 Menschen konnten gerettet werden, darunter die beiden Festgenommenen.

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