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Flüchtlingsaufnahme für Wolfurt moralische Verpflichtung

Im ÖBB-Gebäude an der Senderstraße finden ab Mitte September 31 Flüchtlinge Aufnahme.
Im ÖBB-Gebäude an der Senderstraße finden ab Mitte September 31 Flüchtlinge Aufnahme. ©Harald Pfarrmaier
Wolfurt. (hapf) Die Marktgemeinde Wolfurt bereitet sich darauf vor, Wohnraum für bis zu 40 Flüchtlinge zu schaffen. Angesichts der dramatischen Situation sieht Bürgermeister Christian Natter "auch für Wolfurt eine moralische Verpflichtung, sich zu engagieren".

In Wolfurt haben 49 Flüchtlinge bereits eine neue Heimat gefunden. Die von Krieg, Terror und Unfreiheit bedrohten Menschen aus Afghanistan, Irak, Tschetschenien und Syrien leben teils seit Jahren in der Gemeinde. Ihre Kinder gehen hier zu Schule, die Eltern bemühen sich in Kursen, die deutsche Sprache zu erlernen. Zurzeit leben in Wolfurt 20 Personen mit Asylstatus.

Der Not der an Leib und Leben bedrohten Menschen verschließen sich auch die Wolfurterinnen und Wolfurter nicht. Bürgermeister Christian Natter verweist auf die gelebte Dorfgemeinschaft mit vielen Vereinen und privaten Initiativen: “Für viele von uns ist es selbstverständlich, dass wir uns engagieren und auch gegenseitig unterstützen. Diesen positiven Zugang möchten wir auch Flüchtlingen, die unsere Hilfe brauchen, entgegenbringen.”

ÖBB-Gebäude wird Flüchtlingsquartier

Neu geregelt wurde inzwischen die Koordination und Prüfung von möglichen Unterkünften für Flüchtlinge. Dies wird jetzt nicht mehr alleine von der Caritas besorgt, hier ist nun auch das Amt der Landesregierung eingebunden, das Quartiere auf ihre Eignung prüft und Quartiergeber unterstützt. Nach erfolgter Überprüfung und Abstimmung werden in Wolfurt ab 15. September 31 Flüchtlinge im ÖBB-Gebäude in der Senderstraße 6 untergebracht werden. “Wir werden sehr darauf achten”, so Bürgermeister Christian Natter, “dass die Unterkünfte sowohl für die Asylsuchenden als auch für unsere heimische Bevölkerung in einem ausgewogenen Verhältnis organisiert werden.” In einer ersten Information wurden mit einem Schreiben der Gemeinde Nachbarschaft und umliegende Betriebe des ÖBB-Gebäudes über die Unterbringung von Flüchtlingen im ÖBB-Gebäude informiert.

Flüchtlingsinitiative Wolfurt

Die Welle der Hilfsbereitschaft ist auch in Wolfurt groß. Viele wollen den Menschen, die dem Terror in der eigenen Heimat entkommen sind und nun praktisch vor dem Nichts stehen, unter die Arme greifen. Gemeinderat Michael Pompl, zuständig für die Bereiche “Leben und Zusammenwohnen”, zeigt sich erfreut über das private Engagement: “Gemeindebürger, die bislang schon vereinzelt Kontakt mit Flüchtlingen hatten und ihnen ihre Unterstützung angeboten haben und Menschen, denen das Schicksal der Flüchtlinge zu Herzen geht, haben sich zur Flüchtlingsinitiative ‘Plan W., Wolfurt solidarisch’ zusammengeschlossen. Sie wollen den Flüchtlingen Kontaktmöglichkeiten anbieten und ihnen bei der schwierigen Aufgabe helfen, nach einer meist dramatischen Flucht wieder Boden unter den Füßen zu bekommen.”

Wolfurt zeigt Herz

“Natürlich gibt es auch in unserer Gemeinde Bürger, die Ängste und Sorgen haben, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht”, räumt Bürgermeister Christian Natter ein. “Wir nehmen diese Sorgen und Ängste ernst und begegnen ihnen mit ausführlicher Information und auch dem Aufruf, sich vor der Not und dem Elend der Flüchtlinge nicht zu verschließen, sich solidarisch zu zeigen.” So wird in der jüngsten Infoschrift der Gemeinde “Wolfurt Herbst 2015” ausführlich über die Flüchtlingsthematik informiert und kursierende, irreführende Meinungen dazu werden richtiggestellt.

Froh ist Natter über das Engagement, das viele Gemeindebürgerinnen und –bürger an den Tag legen: “Einzelpersonen, die private Initiative, die sich gegründet hat und auch unsere Vereine zeigen Hilfsbereitschaft und damit Herz. Sie stellen sich der humanitären Aufgabe und unterstützen uns in unseren Bemühungen, Flüchtlingen das Gefühl zu geben, willkommen und bei Freunden angekommen zu sein. Hier zeigt sich einmal mehr unsere funktionierende Dorfgemeinschaft und das solidarische Eintreten für Menschen in Not.”

Beeindruckendes humanitäres Engagement

Beeindruckt von der Welle der Hilfsbereitschaft zeigt sich auch Vizebürgermeisterin Angelika Moosbrugger: “Bei einem Termin in Wien fand ich mich vergangenen Samstag am Westbahnhof unvermittelt im Strom der ankommenden Flüchtlinge. Ich konnte in ihren Augen die Strapazen und das Leid sehen, das sie erleben mussten. Und ich durfte erleben, wie herzlich sie bei uns aufgenommen wurden und wie viele freiwillige Helferinnen und Helfer sie empfangen haben, sie verköstigten und mit dem Nötigsten ausstatteten. Alles lief sehr ruhig ab und förmlich zu spüren war die Dankbarkeit der Flüchtlinge, hier herzliche Aufnahme zu finden. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich auch Wolfurt in der Flüchtlingshilfe engagiert und ich bin froh, dass viele unserer Gemeindebürgerinnen und –bürger  sich hier zutiefst humanitär engagieren und einbringen.”

Alle, die Fragen haben oder sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten, können sich an folgende Adressen wenden:

Flüchtlingsinitiative „Plan W, Wolfurt solidarisch“: Maria und Bertram Thaler, Wolfurt, Achstra.e 5, mbthaler@aon.at, 0664/73655759,

Gemeindeamt: Manuela Bundschuh, Schulstr. 1, manuela.bundschuh@wolfurt.at, 05574/684015,

Gemeinderat: Michael Pompl, Schulstr. 1, michael.pompl@wolfurt.at, 0699/16840907.

 

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