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Flucht in Schweizer Franken - der Euro steigt wieder

Schweizer Franken hat zum Euro wieder zugelegt.
Schweizer Franken hat zum Euro wieder zugelegt. ©Oliver Berg/dpa
Der jüngste Höhenflug des Franken sorgt bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nach Einschätzung von Analysten für ein jähes Ende der Sommerpause.

Der Euro hat am Dienstag in der Früh gegen den US-Dollar etwas stärker tendiert. Um 9 Uhr hielt der Euro bei 1,1200 Dollar nach 1,1182 USD beim Richtkurs vom Montag. In New York hatte der Euro gegen 22 Uhr zuletzt mit 1,1199 Dollar notiert.

Chinesischer Yuan: Stark abgewertet zum US-Dollar

Die chinesische Zentralbank hat den Mittelkurs des Yuan am Dienstag etwas höher festgesetzt und damit die Lage an den Finanzmärkten etwas beruhigt. Zudem kündigte sie an, dem Yuan-Markt durch Wertpapierverkäufe Liquidität zu entziehen. Dies dürfte die chinesische Währung ebenfalls stützen. Am Montag hatte der Yuan gegenüber dem US-Dollar stark abgewertet, was als nächste Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China gilt und die Märkte weltweit stark bewegte.

EZB-Richtkurs

Gegen 9.00 Uhr hielt der Euro bei 0,9214 britischen Pfund nach 0,9188 Pfund zum EZB-Richtkurs am Montag, bei 1,0925 (1,0893) Schweizer Franken und 119,31 (118,61) japanischen Yen.

Schweizer Franken im Höhenflug

Die Schweizer Nationalbank dürfte wieder Maßnahmen gesetzt haben, damit der Schweizer Franken seinen Höhenflug nicht fortsetzt.
Die Notenbank habe vorige Woche wohl erneut am Markt interveniert, um die Schweizer Landeswährung zu schwächen, erklärten die Experten.

Effekt rasch verpufft

Jedoch verpuffte der Effekt rasch: Denn eine neuerliche Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, und die Angst vor einer weltweiten Rezession sorgte zu Wochenbeginn an den Märkten für eine neuerliche Flucht in "sichere Häfen" wie den Schweizer Franken, aber auch den japanischen Yen.

Schweizer Franken auf Höchststand

Am Montag trieb das den Franken zum Euro auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren: Mit 1,0872 Franken kostete die Gemeinschaftswährung so wenig wie zuletzt im Juni 2017. Die Marke von 1,08 Frankengilt manchen Anlegern als kritische Marke für Interventionen der SNB.

Foto: Raiba Währungsrechner

Chefökonom: "SNB ist definitiv am Markt aktiv"

Auf ein Eingreifen der Währungshüter deuten auch die am Montag veröffentlichte Daten zu den Sichtguthaben von Schweizer Finanzinstituten bei der Notenbank hin. Sie stiegen vergangene Woche erneut um 1,6 Mrd. Franken (1,46 Mrd. Euro), nachdem sie bereits in der Woche davor um 1,7 Mrd. Franken zugelegt hatten. "Die SNB ist definitiv am Markt aktiv", sagte Karsten Junius, Chefökonom bei der Privatbank J. Safra Sarasin. Bei ihren Interventionen kauft die Notenbank Fremdwährungen wie Euro oder Dollar und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut. "1,08 war bereits in der Vergangenheit ein Niveau, das die SNB verteidigt hat, daher erwarten wir, dass es mehr Fremdwährungskäufe geben wird, um das zu verteidigen", sagte Junius.

Zinssenkung der SNB wird nicht erwartet

Eine Zinssenkung der SNB - womöglich noch vor der Europäischen Zentralbank (EZB) - erwarten Experten nicht. Zwar würde der Franken damit für Anleger im Vergleich zu anderen Währungen weniger attraktiv. Doch der Leitzins in der Schweiz liegt bereits bei rekordtiefen minus 0,75 Prozent - und eine weitere Senkung hätte womöglich negative Folgen für Banken, Pensionskassen und den Immobilienmarkt.

"... ein kleines Übel"

Nach Einschätzung von Commerzbank-Devisenstrategin Antje Praefcke dürften die bevorzuge Option der Währungshüter um SNB-Präsident Thomas Jordan daher sein, am Devisenmarkt einzugreifen. Davon geht auch Thomas Stucki, Investmentchef bei der St. Galler Kantonalbank, aus. Zwar wachse dabei die bereits Hunderte Milliarden Franken schwere Bilanz der Notenbank weiter an. "Unter all den schlechten Optionen mit ihren negativen Nebenwirkungen ist die Ausweitung der Bilanz aber ein kleines Übel", erklärte Stucki abschließend.

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