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Fliegende Panzer: "Armored Core 6" im Game-Test

"Elden Ring"-Macher setzen jetzt auf Sci-Fi: Futuristische Fights als massiver Mech-Krieger!

(PC, XB1/XBX & PS4/PS5) Muss man als Gamer:in die "Armored Core"-Serie kennen? Nicht unbedingt. From Software, bekannt für "Elden Ring" und "Dark Souls", hat darin 1997 zum ersten Mal Spieler:innen zum mechanisierten Söldner gemacht. Seither wurden (anders als die Zahl im neuesten Titel vermuten lässt) Zig Ableger bzw. Spin-offs von schwankender Qualität produziert. Die Prämisse blieb fast immer gleich: Am Steuer eines Kampf-Kolosses, eines Armored Core (AC), ballert und schnetzelt man sich durch Gegnerhorden, verdient in Missionen Geld und rüstet stetig auf. Das setzt Teil 6, "Fires of Rubicon" nun fort, aber modern präsentiert. Auf PC kämpft man erstmalig mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde.

Um die Geschichte von AC6 zu verstehen, braucht es keinerlei Vorkenntnisse – es gibt ohnehin kein komplett zusammenhängendes Epos. Die Ausgangslage im neuen Game wirkt generisch, hat aber die ein oder andere Wendung sowie mehrere Enden parat: Auf dem abgelegenen Planeten Rubicon 3 findet sich die Substanz Coral, die als potente Energiequelle gesehen wurde, aber dann eine planetare Katastrophe auslöste. Fast ein halbes Jahrhundert später ist Coral wieder auf Rubicon 3 aufgetaucht – diverse Unternehmen und Widerstandsgruppen kämpfen deswegen neuerlich um die Vorherrschaft. Hier kommen wir als "unabhängige/r" Söldner/in ins Spiel.

Unser primäres Arbeitswerkzeug ist ein hochmobiler und anpassbarer Mech, der namensgebende Armored Core. Das technische Wunderwerk kann schießen, sprengen, zuschlagen, Schutzschilde aktivieren, auf Ketten fahren oder kurzzeitig sogar fliegen. Sofern der AC entsprechend ausgerüstet ist. Denn mit einem reichen Sortiment an Waffen, modifizierbaren Köpfen, Armen, Beinen, Rümpfen, Boostern und mehr liegt es an uns, den Einsatz optimal konfiguriert zu bestreiten. Verständlicherweise passt nicht alles auf einmal in den AC, Waffen lassen sich beispielsweise "nur" vier gleichzeitig ausrüsten.

Damit geht es in 5–20-minütige Missions-Aufträge, die stets in Scharmützel münden und Geld zum Ausrüstungskauf bringen. Die Kämpfe spielen sich flott und wuchtig, die Steuerung funktioniert absolut präzise: Dank Sprüngen, Dashes und Boostern bleibt man in alle Richtungen sehr beweglich. Während Standard-Gegner tendenziell meist harmloses Kanonenfutter sind, liefern Bosse knackige Herausforderungen. Der Schwierigkeitsgrad fällt dadurch leider zu wechselhaft aus.

Wichtig für den Sieg ist auch die richtige Ausrüstung. Geht z.B. ein Gegner dann verstärkt auf Tuchfühlung und der eigene Mech ist als Fernkämpfer konzipiert, zwingt das Spiel durch Frust zum Umdenken. Als Serien-Neuheit gibt es nun (vom Samurai-Game "Sekiro" inspiriert) eine Mechanik, bei der man erst die Verteidigung des Gegners durchbricht, bevor man diesem ernsthaften Schaden zufügen kann.

Die Präsentation des AC-Neuaufgusses ist gelungen, vor allem die Mechs und die Action insgesamt sind eine Augenweide. Beim Rest darf man sich keine optischen Meilensteine erwarten – die katastrophengebeutelten Landschaften bieten wenig Abwechslung. Zum zehn Jahre alten Vorgänger ist aber immerhin ein deutlicher Qualitätssprung erkennbar. Puritaner dürfen außerdem von der englischen zur japanischen Sprachausgabe wechseln.

Wer gegen menschliche AC-Pilot:innen antreten will, kann dies zumindest in der Arena tun: in 1v1- oder 3v3-Online-PvP-Kämpfen.

Fazit

"Armored Core 6" ist gelungen, aber nicht für jede/n. Gerade im spektakulären Clinch mit den vielfältigen Bossen entfaltet das Spiel sein größtes Spaß-Potenzial: wenn man ein regelrechtes Feuerwerk entfacht, durch die Gegend boostet und die Schwächen des Gegners ausnützt. Aber Achtung: Das ist kein "Dark Souls"! Hier zählen nicht nur flinke Finger, sondern auch ein gutes Händchen beim Equipment. Man lernt vor allem aus Fehlern. Abseits der Action freuen sich Tüftler über viele Optionen für’s Feintuning des eigenen ACs. Jetzt sollte nur noch der Schwierigkeitsgrad etwas kohärenter sein.

(VOL.AT/Ländle Gamer)

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