FL.A.CH wird realisiert !

Rauch: „Es freut mich sehr, dass nun die S-Bahn Liechtenstein Realität wird“
Rauch: „Es freut mich sehr, dass nun die S-Bahn Liechtenstein Realität wird“ ©Matthias Rauch / VOL.AT
Verhandlungen zwischen Fürstentum Liechtenstein, Österreich und ÖBB zum Abschluss gebracht. Die grenzübergreifende Dreiländer-S-Bahn kommt.
FL.A.CH: Kostenaufstellung für Projekt geplant

Das grenzübergreifende Projekt "S-Bahn Liechtenstein" wird nun doch realisiert: Die Verhandlungen zur Finanzierung zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Republik Österreich wurden zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht, gibt Umwelt- und Mobilitätslandesrat Johannes Rauch am Dienstag bekannt.

Die abschließende Absichtserklärung für das Projekt S-Bahn Liechtenstein wurde am Dienstag von Österreichs Klimaschutz- und Mobilitätsministerin Leonore Gewessler und Liechtensteins zuständigem Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch abgegeben.

Die Erklärung beinhalte eine "verursachergerechte und faire Kostenaufteilung für beide Projektpartner", heißt es in einer Extra-Aussendung des Fürstentum Liechtensteins.

Die Dreiländer-Bahnstrecke führt von Feldkirch über Liechtenstein nach Buchs in die Schweiz. Die Pläne umfassen einen zweigleisigen Ausbau, neue Bahnhöfe und einen dichteren Takt. 

Rauch: "S-Bahn wird Realität"

„Es freut mich sehr, dass nun die S-Bahn Liechtenstein Realität wird“, so Rauch. Die S-Bahn sei ein "sehr wichtiges Infrastrukturvorhaben für die Region". Das Infrastrukturprojekt soll merkliche Verbesserungen für den grenzüberschreitenden Öffentlichen Verkehrs zwischen Vorarlberg, Liechtenstein und der Schweiz bringen.

In weiterer Folge gehe es nun darum, die für die Projektumsetzung notwendigen Schritte in die Wege zu leiten. Diese umfassen in beiden Ländern eine abschließende Entscheidung über die Finanzierung und Umsetzung des Projekts. Zeitpläne oder Kostenaufstellungen wurden keine an die Medien übermittelt. 2015 lag die Schätzung für die Kosten von FL.A.CH bei 90 Millionen Euro. Laut ÖBB-Rahmenplan hat das Projekt einen Zeithorizont bis 2027. Der Baubeginn könnte im Jahr 2022 erfolgen.

Ursprünglicher Eröffnungstermin hätte 2015 sein sollen. Wegen der Finanzierungsfrage lag das Projekt jahrelang auf Eis. Erst 2018 war es wieder zu einer Annäherung gekommen.

Jede halbe Stunde nach Liechtenstein

Die S-Bahn ist eine wichtige Querverbindung zwischen den Bahnnetzen von Liechtenstein, Vorarlberg und der Schweiz. Die geplante S-Bahn Liechtenstein soll die bestehende S-Bahn Vorarlberg und die S-Bahn St. Gallen zu einem regionalen Gesamtsystem verbinden.

Kernstück des Projektes ist der zweigleisige Ausbau zwischen Tisis und Nendeln, der die Voraussetzungen für einen Halbstunden-Takt auf der S-Bahn schafft. In Ergänzung zum Nahverkehrsangebot soll in Zukunft auch ein Fernverkehrshalt in Liechtenstein-Nendeln realisiert werden.

Damit das umgesetzt werden kann, braucht es den Ausbau der eingleisigen Strecke, damit Züge auf der Strecke kreuzen können und ein Taktverkehr eingeführt werden könne.

Neue Haltestelle für LKH

Eine Aufwertung der Bahnhaltestellen ist geplant, unter anderem mit einer neuen attraktiven Haltestelle im Bereich Tosters / Tisis-LKH.

Der umfassende Ausbau des Taktangebotes auf „der Liechtensteiner-S-Bahnlinie“ ermögliche ein gut abgestimmtes Gesamtsystem mit Bus und Bahn, von dem die gesamte Region profitiere, heißt es seitens Rauch. Bei der Region handle es sich ihm zufolge um einen "dichten Lebens- und Wirtschaftsraum mit vielen grenzüberschreitenden Beziehungen".

Projekt kurbelt Konjunktur an

Neben den Fahrgästen selbst profitiert auch der Wirtschaftsstandort von der besseren Anbindung. Das Infrastrukturprojekt kurbelt die Konjunktur an und sichert Arbeitsplätze in der Region. Für Vorarlberg ist FL.A.CH insofern von großer Bedeutung, als täglich 8.500 Vorarlberger ins Fürstentum pendeln. Der vor allem aus Vorarlberg stammende Pendlerverkehr erhält mit der S-Bahn-Verbindung eine attraktive Alternative. Der Verkehrsverbund Vorarlberg sagt dazu: „Wir erwarten nach Umsetzung der S-Bahn Liechtenstein insgesamt 3.400 Pendler zwischen Österreich und Liechtenstein pro Werktag und damit eine Steigerung der Nachfrage um rund 2.500 grenzüberschreitende Personenfahrten je Werktag".

(Red.)

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