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"FIS weiß, dass ich unschuldig bin"

Der Ski-Weltcup gastierte am Dienstag in Schladming, der Heimatstadt von Hans Knauß. Anlässlich des Nachtslaloms gab der durch seine Dopingsperre zum Karriereende gezwungene Steirer der APA ein Interview.

APA: Ihre Heimatstadt Schladming bewirbt sich nach 2009 auch für die Austragung der Ski-WM 2011. Werden Sie trotz Ihres Karriereendes wieder als Zugpferd fungieren?
Knauß: “Ich habe mich in eine hintere Reihe zurückgezogen, denn mein Verhältnis zur FIS ist logischerweise gestört. Ich sage über die FIS das, was ich mir denke. Und das würde der Kandidatur nicht gut tun.”

APA: Was passiert, wenn Ihnen FIS-Präsident Gian-Franco Kasper über den Weg läuft?
Knauß: “Ich denke nichts Gutes über ihn. Bis jetzt haben sich die obersten FIS-Herren immer weggedreht, wenn sie mich gesehen haben. Und ich bin froh darüber. Mein Lebensziel ist, menschlich nie so tief abzusinken wie gewisse FIS-Leute. Geld soll mich nie so verändern wie diese Menschen da oben.”

APA: Gab es irgendwelche Reaktionen von Seiten der FIS?
Knauß: “In Kitzbühel ist einer der höchsten FIS-Mediziner auf mich zugegangen und hat gesagt, dass er und auch Präsident Kasper und alle anderen wissen, dass ich unschuldig bin. Trotzdem haben sie auf mich eingedroschen. Warum, weil ich Österreicher bin? Warum ich? Diese Frage wird wohl ewig bleiben. Aber das ist dann immer der Punkt, wo ich aufhören muss nachzudenken. Denn dann werde ich an den Wahnsinn erinnert, den ich durchlebt habe.”

APA: Ihr Rechtsstreit mit dem Nahrungsergänzungsmittelhersteller Ultimate Nutrition läuft. Wie ist der Stand der Dinge?
Knauß: “Wir probieren derzeit, einen außergerichtlichen Vergleich zu erreichen. Ultimate Nutrition hat eine gewisse Frist, wenn sie bis dahin nicht einschlagen, werden sie verklagt. Mittlerweile ist es das einzige Übel, das ich noch mitschleppe. Wenn das abgehakt ist, wünsche ich mir nur mehr, dass mich keiner mehr darauf anspricht.”

APA: Als ORF-Experte, steirischer Alpinkoordinator und Fischer-Aushängeschild sind Sie nach wie vor voll im Winter-Einsatz.
Knauß: “Der Winter ist nach wie vor meine stressige Zeit. Und das ist schön. Ich habe mich vom ersten Tag voll die Arbeit gestürzt, telefoniert, alles abgecheckt. Gleich mit voller Energie nach vorne bewegen, dann kann man am leichtesten vergessen.”

APA: Wie wohl fühlen Sie sich mittlerweile in Ihrer Rolle als TV-Kommentator?
Knauß: “Der Start war sicher nicht einfach, ich hatte es mir leichter vorgestellt. Vor der Kamera zu sprechen und für bis zu 1,5 Millionen Österreicher zu kommentieren, ist kein Honiglecken. Aber mittlerweile rede ich immer öfter, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Ich spüre, dass es mir taugt.”

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