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Filmfestspiele Cannes mit dichtem Wettbewerb und Stardichte

Thierry Fremaux (rechts) freut sich schon auf das Filmfestival
Thierry Fremaux (rechts) freut sich schon auf das Filmfestival
Ein "Festival der Stars" hat Thierry Fremaux, Direktor der Filmfestspiele Cannes, heuer ausgerufen. Seinen Worten lässt er schon beim Auftakt am Mittwoch (11.5.) Taten folgen, wenn u.a. Kristen Stewart und Jesse Eisenberg für Woody Allens Eröffnungsfilm "Café Society" über den Roten Teppich schreiten. Unter die illustren Gäste mischen sich in weiterer Folge auch zwei österreichische Schauspieler.


Der Burgtheater-Mime Peter Simonischek (67) spielt die Hauptrolle in Maren Ades Tragikomödie “Toni Erdmann” über eine komplizierte Vater-Tochter-Beziehung. Der von der Wiener coop99 koproduzierte Film ist der erste deutsche Wettbewerbsfilm seit acht Jahren und der erste einer deutschsprachigen Regisseurin überhaupt. Auch Simonischeks Filmtochter aus “Oktober November”, Nora von Waldstätten (34), reist an die Cote d’Azur: Die Wienerin ist neben Lars Eidinger und Kristen Stewart im Cast des französischen Wettbewerbsbeitrags “Personal Shopper” von Olivier Assayas.

Mit 21 Filmen ist der Wettbewerb der 69. Filmfestspiele ausgesprochen dicht – und cineastisch betont ausgewogen: Altmeister wie der Brite Ken Loach (“I, Daniel Blake”), der Spanier Pedro Almodovar (“Julieta”) und die Belgier Jean und Luc Dardenne (“La fille inconnue”) stehen neben Indie-Darlings wie der Britin Andrea Arnold (“American Honey”), dem Dänen Nicolas Winding Refn (“The Neon Demon”) und dem Frankokanadier Xavier Dolan (“Juste la fin du monde”). Das Beste außerhalb Nordamerikas und Europas liefern heuer u.a. der iranische Oscarpreisträger Asghar Farhadi (“Forushande”) und der Rumäne Cristi Puiu (“Sieranevada”).

Besonders gut aufgestellt ist das US-amerikanische Kino mit Jeff Nichols’ Rassendrama “Loving”, Jim Jarmusch’ Liebesgeschichte “Paterson” und Sean Penns Regiewerk “The Last Face”. Penns im krisengeschüttelten Libyen angesiedeltes Liebesdrama ist mit Charlize Theron und Javier Bardem ebenso hochkarätig besetzt wie Woody Allens neueste romantische Komödie “Café Society”, mit der der 80-Jährige als erster Regisseur zum bereits dritten Mal die Festspiele eröffnen darf. Die Hommage an das Hollywood der 1930er-Jahre läuft ebenso außer Konkurrenz wie Jodie Fosters Krimidrama “Money Monster” und Steven Spielbergs Fantasystreifen “The BFG”.

Erstmals scheinen sich die Filmfestspiele verstärkt neuen Distributionswegen zu öffnen, sind mit “Paterson”, “The Neon Demon” und “Café Society” doch Produktionen von Amazon in der offiziellen Selektion. Branchenexperten führen das darauf zurück, dass der US-Versandriese – anders als etwa der Online-Dienst Netflix – seine Filme vor ihrem Streaming-Einsatz erst regulär im Kino starten lässt. “Es besteht kein Zweifel daran, dass sie das Kino lieben”, sagte Fremaux dem “Hollywood Reporter” über den Ansatz der Amazon-Produzenten. “Sie sind gut für das Kino!”

Gut für das Festival ist traditionell der Glamour-Faktor. Die Hollywoodstars Julia Roberts, George Clooney, Charlize Theron, Sean Penn, Ryan Gosling und Russell Crowe kommen ebenso an die Croisette wie europäische Schauspielgrößen von Marion Cotillard über Javier Bardem bis Juliette Binoche und Isabelle Huppert. Angekündigt haben sich auch Robert De Niro für das ihm gewidmete Special Screening seines neuesten Films “Hands Of Stone” sowie Punklegende Iggy Pop für die Mitternachtspremiere von Jim Jarmuschs Doku “Gimme Danger”.

Wer am 22. Mai die Hauptpreise bekommt, entscheidet eine neunköpfige Jury, deren Vorsitz heuer der australische Oscarpreisträger George Miller (“Mad Max: Fury Road”) übernimmt. Sollte Maren Ade die höchste Auszeichnung gewinnen, wäre dies die erste Goldene Palme für Deutschland seit 1984. Damals konnte Wim Wenders mit “Paris, Texas” jubeln. Die erste und letzte Palme für eine Regisseurin gab es 1993, als Jane Campion für “Das Piano” prämiert wurde.

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