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Fifa06 gegen PES05

Fans der Lederkugel, die sich auf die WM freuen, dürften aufatmen: Es lohnt ein vergleichender Blick auf zwei just erscheinende Fußballsimulationen.

Im Ring: Fifa06 von EA Sports gegen PES 5 von Konami. Auf der einen Seite der Herausforderer für Fußballfeinschmecker und Vielzocker: Konami schickt mit dem 5. Teil seiner Serie ein Spiel ins Rennen, das dem Vorgänger kaum gleicht: Pro Evolution Soccer 5 glänzt mit einem bedachteren Spieltempo, das viel Raum für technische Finessen lässt. Und einem nervösen Schiri, der zu oft pfeift – kein Spiel für Fußballanfänger, weder in real noch als Gametitel.

Fifa06 ist die blonde Schönheit der beiden: Eine Präsentation auf schickem Niveau, relativ leichter Zugang, mit einer noch stärkeren Annäherung an den Konami Rivalen: Mehr Technik bei trotzdem toller Präsentation und flüssigem Ablauf. Dazu kommen die Lizenzen, mit denen Fifa aufwarten kann. Dennoch täte EA gut daran, die Arcade-Linie konsequent auszubauen, statt mit zunehmenden Simulationsaspekten den Japanern nachzueifern und trotzdem immer eine Nasenlänge hinterher zu sein.

PES5 spielt sich packend: Keine Situation wie die andere, glaubhafte Animationen, eine atemberaubende Ballphysik. Der Gegner rächt sich aber gnadenlos bei Fehlern, das Game erfordert eine lange Einarbeitungszeit und viel Geduld. Dann eröffnet die Intellektuelle der beiden Grazien eine ungeahnte Spieltiefe, die Fußballfans förmlich assimiliert, – Herzattacken garantiert. Auf aufwändige Präsentation außerhalb des Spielfelds hoffen Fans aber vergebens. Kläglich animierte Zuschauer, Sounds und die mickrige Stadienpräsentation rücken den Stein der Weisen der Japaner in den Mittelpunkt: Die Ballphysik.

Fifa glänzt mit 21 lizenzierten Ligen, 10.000 Spielern, 39 Songs und absoluter Authentizität, einem fesselnden Managermodus und aufregendem Fußball. Leider offenbart sich Fußball-Puristen eine Trägheit hinsichtlich Ballphysik, Dynamik, Animationen und Gegner KI. Das Game krankt zudem auf beiden Konsolensystemen unter zeitweiligen Rucklern, die Technik der derzeitigen Systeme scheint ausgereizt. Eine baldige Xbox 360-Version lässt aber hoffen. PES bietet einen mächtigen Editor, mit dem Gamer sich austoben können. Von der Trikot- bis zur Wappen- und Spielererstellung ist alles möglich, es kann auf ein kleines Malprogramm zugegriffen und unter Dutzenden Vorlagen gewählt werden. Außerdem überzeugt der Konami Titel online – und was macht mehr Spaß, als gegen menschliche Gegner zu spielen? Fazit: Beide Titel machen Fans des gepflegten E-Fußballs eine Menge Spaß. Wir möchten uns nicht herausnehmen, einen Titel über den anderen zu stellen. Sowohl PES als auch Fifa haben ihre treue Community. Unser Eindruck ist aber: Die atemberaubende Blondine Fifa bietet den leichteren Zugang, jene möchten wir hiermit als „Einstiegsdroge“ für Anfänger empfehlen. Freaks und gamenden Männern und Frauen, die technische Finessen bis ans Limit ausreizen wollen, sei PES ans Herz gelegt, die stille kluge, interessante Kastanienbraune.

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