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FIFA gewährt Staatsanwaltschaft Einsicht in Valcke-Mails

Blatter (r.) muss nun Taten folgen lassen
Blatter (r.) muss nun Taten folgen lassen
Der Fußball-Weltverband (FIFA) gewährt der Staatsanwaltschaft der Schweiz Einblick in die E-Mails des suspendierten FIFA-Generalsekretärs Jerome Valcke. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstagabend mit. Zunächst hatte die Behörde noch erklärt, dass die FIFA dies nur ermöglichen werde, "wenn eine Reihe von Bedingungen erfüllt sind".


Valcke war am 17. September von der FIFA von seinen Aufgaben entbunden worden, nachdem in Medien Korruptionsvorwürfe gegen ihn im Zusammenhang mit der Vergabe von Ticket-Kontingenten laut geworden waren. Valcke hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die FIFA habe “darüber informiert, dass sie das Siegel auf allen Email-Accounts von Jerome Valcke (…) aufgehoben hat”, hieß es. Der oberste Staatsanwalt der Schweiz, Michael Lauber, hatte die FIFA im Zuge der Ermittlungen zum Verdacht der Korruption bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar aufgefordert, Einblick in den Mail-Verkehr Valckes zu gewähren.

Unterdessen inszenierte sich Blatter erneut als FIFA-Reformer, während zeitgleich hinter der grauen Fassade der Machtzentrale des Weltverbands auf dem Zürichberg das Treffen des Exekutivkomitees begann. “FIFA unterstützt die Aktionen der amerikanischen und Schweizer Behörden und wird dies auch weiter tun, egal wie nahe diese Untersuchungen ans Innerste kommen werden”, schrieb der Schweizer in seiner Kolumne im wöchentlichen Magazin “FIFA Weekly”, das am Freitag erscheint. “Das ist der schwierige Weg, dem wir folgen müssen, wenn wir den Wandel ernst nehmen.”

Blatter zeigte sich zuversichtlich, dass das neue Reformkomitee unter dem Vorsitz von Francois Carrard ein Paket erarbeiten werde, um “Glaubwürdigkeit und Vertrauen” in der FIFA wiederherzustellen. “Wir müssen zeigen, dass wir die Schwere der Situation verstehen und dass wir zu den richtigen Schritten bereit sind, es zu reparieren”, sagte der 79-Jährige, der am 26. Februar 2016 sein Amt aufgeben will.

Bei dem zweitägigen Treffen der FIFA-Spitze soll unter anderem auch die Agenda für den Wahlkongress in fünf Monaten verabschiedet werden. Als aussichtsreichster Kandidat für die Blatter-Nachfolge gilt dabei weiterhin UEFA-Präsident Michel Platini. “Es gibt viele gute Leute im Exekutivkomitee”, sagte der Franzose der Nachrichtenagentur AP, obwohl sich unter den Ende Mai festgenommenen Funktionären auch zwei, zum damaligen Zeitpunkt aktuelle, FIFA-Vizepräsidenten befanden. “Es sind nur einige, die korrupt sind”, versuchte Platini zu erklären. “Wenn du etwas falsch machst, wird sich um dich gekümmert.”

Als letzter Tagesordnungspunkt 24 soll am Freitag bei der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees der Ort und Zeitpunkt des nächsten Treffens beschlossen werden. Im Kalender auf der Verbandsseite ist dieses immer noch für den 17./18. Dezember in Japan vermerkt. Reisen ins Ausland abseits von Russland wusste Blatter seit den Festnahmen in Zürich vor vier Monaten aber bestens zu umgehen.

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