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FIA sucht mit Nachdruck Beweise für Stallorder

Der Automobil-Weltverband FIA arbeitet an der Aufarbeitung der Affäre um eine mögliche Stallorder des Teams McLaren-Mercedes bei dessen Doppelsieg durch Fernando Alonso und Lewis Hamilton im Grand Prix von Monaco.

Derzeit werden Ton- und Videoaufzeichnungen als Beweise geprüft. Ein Urteil soll so rasch wie möglich, sicher allerdings noch vor dem nächsten WM-Lauf am 10. Juni in Montreal fallen, sagte ein FIA-Sprecher in Paris. Die Sanktionen, die die FIA gegen McLaren verhängen kann, reichen von Geldstrafen über Punkteabzüge oder Sperren bis hin zu einer Disqualifikation beider Autos.

Stallorder sind in der Formel 1 seit der Saison 2003 strikt verboten. Damals hatte der Weltverband sein Reglement geändert, weil Ferrari 2002 beim Grand Prix von Österreich in Spielberg auf eine höchst umstrittene Teamtaktik gesetzt hatte. Der führende Rubens Barrichello hatte seinen Teamkollegen Michael Schumacher in der Schlussrunde passieren lassen müssen. Das Echo auf diese “Ferrari-Farce” war gewaltig. Weil Schumacher und Barrichello auf dem Podium sogar die Plätze tauschten, wurde der Rennstall zu einer Million Dollar Geldstrafe verdonnert. Der Imageschaden war weit größer.

Nach einem mäßig spektakulären Rennen in Monaco steht erneut eine Teamtaktik, die sich am Rande der Legalität bewegt hat, im Mittelpunkt. Hamilton soll durch einen zu frühen zweiten Boxenstopp vom Team um seine Chance gebracht worden sein, Weltmeister Alonso zu überholen. McLaren-Teamchef Ron Dennis. Dieser verwehrte sich weiterhin gegen den Ausdruck Stallorder, bestätigte aber, dass Hamilton in der Schlussphase des Rennens dazu angehalten war, Alonso nicht mehr anzugreifen. “McLaren hat mehr verloren, als sie jemals hätten verlieren können, wenn beide Autos im Kampf um den Sieg in die Leitplanken gekracht wären”, meinte der “Daily Mirror”.

McLaren hatte am Montag nach Aufnahme der Ermittlungen durch die FIA in einer Presseaussendung betont, dass alle Entscheidungen vor und während des Rennens “in völliger Übereinstimmung mit dem Internationalen Sporting-Code” stehen würden. Dennis betonte, dass es sich um eine Strategie gehandelt habe, um das Rennen zu gewinnen. Mit seinem zweiten Saisonsieg übernahm Titelverteidiger Alonso die WM-Führung von seinem punktegleichen Teamkollegen Hamilton.

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