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Feuerwehren wollen besser kooperieren

Haben bereits viel Zeit in die Planung investiert:  Karlheinz Beiter und Horst Dobler.
Haben bereits viel Zeit in die Planung investiert: Karlheinz Beiter und Horst Dobler. ©Hronek
Feuerwehrzentrale Thüringen

Studie soll Synergien und Einsparungspotentiale für Feuerwehrinvestitionen aufzeigen.
(amp) In Nüziders, Ludesch, Thüringen und Bludesch stehen neue Feuerwehrzentralen schon seit längerem auf den Wunschzetteln der Florianis. Durch die Aufnahme von Feuerwehrfrauen, wachsendem Interesse von Jugendlichen an der Jungfeuerwehr und stetig neuen Herausforderungen, vor allem bei technischen Einsätzen und Naturkatastrophen, sind die räumlichen Voraussetzungen in den örtlichen „Sicherheitshochburgen“ beengt. „Das Thüringer Feuerwehrdomizil erfüllt derzeit nur 34 Prozent der räumlichen Vorgaben des Feuerwehrverbandes“, machen Kommandant Karlheinz Beiter und Stellvertreter Horst Dobler auf ihre prekäre Situation aufmerksam. Deshalb wurden bereits prophylaktisch das Standesamt ins Vonblonhaus ausgelagert und auf dem ohnedies beengten Parkplatz vor dem Gemeindezentrum Container aufgestellt, um der Feuerwehr mehr Raum zu geben. „Wenn in drei Jahren nach den Vorgaben des Feuerwehrverbandes der 30 Jahre alte Tankwagen ausgemustert werden soll, muss Platz für ein zeitgemäßes Fahrzeug geschaffen werden“, blicken Beiter und Dobler in die nahe Zukunft.

Stand der Dinge
„Seit längerem hat sich eine Arbeitsgruppe im Bauausschuss und drei Feuerwehrlern an Bord mit der Standortsuche und Möglichkeiten zum Neubau eines Feuerwehrzentrums für die Thüringer Wehr beschäftigt. Eine Erweiterung auf dem derzeitigen Standort macht wenig Sinn“, beziehen sich Kommandant Beiter und Stellvertreter Dobler auf eine Standortanalyse und die Erweiterungsmöglichkeiten. Laut Studie hat ein Gemeindegrundstück zwischen Siedlerweg und dem Steakhouse Douglass für ein künftiges Sicherheitszentrum Priorität. „Wir haben in der Gemeindevertretung den Stand der Dinge eruiert und mit 17:4 mehrheitlich einen Grundsatzbeschluss für einen Neubau auf diesem Grundstück gefasst“, sagt Bürgermeister Harald Witwer. Eine Überlegung, die leerstehende Halle beim Blumenegger Gewerbepark in einer gemeindeübergreifenden Kooperation der Wehren von Bludesch und Thüringen zu nützen, sei schlussendlich am Veto der Feuerwehren gescheitert, obwohl hier genügend Platz für einen gemeinsamen Fuhrpark (samt Drehleiter), getrennte Mannschaftsräume, entsprechende Erweiterungsmöglichkeiten, eine optimale Anbindung an die Hauptstraße, Übungsterrain samt Schwarzbachgerinne und ausreichend Parkflächen vorhanden gewesen wären. Zwischenzeitlich hat sich dort bekanntlich für die nächsten fünf Jahre ein Golfstudio eingemietet.

Umsetzungsstudie
„Die Feuerwehren sind in die Offensive gegangen und haben eine Studie vorgeschlagen. Sicher macht es keinen Sinn mehr, in jeder Gemeinde einen Schlauchtrocknungsturm oder ein Atemschutz-Technikzentrum zu bauen“, zeigen sich Beiter und Dobler kooperationsbereit. Dafür, dass jede Ortswehr autonom bleiben soll, machen sie sich allemal stark und sehen bei gemeinsamen Feuerwehrzentren die Eigenständigkeit gefährdet. Längstens bis zum Sommer 2012 soll die Studie, die die Gemeinden rund 20.000 Euro kosten wird, auf dem Tisch liegen. „Dann wird man sich mit den Nachbarwehren, den Bürgermeistern und dem Landesverband an einen Tisch setzen und die nächsten Schritte festlegen“, sind Beiter und Dobler optimistisch, gemeinsam eine Lösung für die Gewährleistung optimaler Sicherheit zu finden. „Jetzt scheint sich wenigstens etwas zu bewegen, nachdem bald 20 Jahre „Vertrösten“ im Vordergrund stand und absolut Stillstand herrschte“, wollen Beiter und Dobler möglichst bald „Nägel mit Köpfen“ machen.

Gemeindeübergreifendes Zentrum
Die Grünen mit GR Elisabeth Tschann und Gemeinderat Berno Witwer von der „Bürgermeister-Liste“ sehen die optimale Lösung in einem gemeinsamen Zentrum mit einer der Nachbarwehren. „Wir sind für echte, regionale, partnerschaftliche Kooperation: Es ist allerdings notwendig, dass wir mit Ludesch / Bludesch gemeinsam ein Feuerwehrhaus bauen, das den Sicherheitsstandards entspricht und eine moderne Infrastruktur bietet. Die budgetäre Lage erfordert zukunftsorientierte, ressourcenschonende Lösungen. Spielraum gibt es keinen. Ein eigenes Feuerwehrhaus, verursacht hohe Kosten und sollte neu bedacht werden. Die agierenden Herren haben andere Bewertungskriterien, somit kann aus ihrer Sicht nur ein Neubau, mitten im Ort das Ziel sein, bestehende Optionen an den Ortsgrenzen zu prüfen“, heißt es in einer Stellungnahme der Grünen.

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