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Feuchttücher stellen Vorarlbergs Kläranlagen vor Herausforderungen

Vorarlbergs Kläranlagen kämpfen mit Feuchttüchern, manche mehr, manche weniger.
Vorarlbergs Kläranlagen kämpfen mit Feuchttüchern, manche mehr, manche weniger. ©VOL.AT/Steurer, Stiplovsek
WC-Feuchttücher sind in Salzburg derzeit Thema, die Grünen empfehlen ein Verbot. Denn die Tücher werden immer mehr zum Problem für die Kläranlagen. Auch in Vorarlberg sorgen sie für Probleme bei der Abwasserreinigung.

Feuchtes Toilettenpapier hat im WC nichts verloren, sind sich die Salzburger Grünen sicher. Denn die nützlichen Tücher stellen für die Kläranlage ein Ärgernis dar. Die Tücher aus widerstandsfähigem Vlies sind sehr reißfest, weder Schneideanlagen noch Rechen in den Kanälen und Kläranlagen kämen ihnen bei. Die Folge seien Verzopfungen zu regelrechten Seilen aus Feuchttüchern und Verstopfungen von Pumpen. Im Salzburger Landtag sind sie mit einer entsprechenden Forderung bislang gescheitert.

Vor allem Pumpwerke im Kanalnetz betroffen

Vor allem Pumpwerke im Abwassernetz leiden unter den Feuchttüchern. Bei der ARA Walgau halten sich die Probleme daher im Rahmen. “Wir haben keine Pumpanlagen im Kanalnetz, nur eines direkt vor der Kläranlage”, erklärt Anton Brunhold von der ARA Walgau.

Situation in Hohenems noch überschaubar

Auch in Hohenems stellen die Feuchttücher kein Problem dar, bestätigt Paul Strobl von der ARA Hohenems. Die Menge an Feuchttücher habe in der Grafenstadt noch kein kritisches Maß erreicht. Bei einem Treffen der Kläranlagenbetreiber dieser Woche in Schröcken sei die Problematik aber durchaus Thema gewesen.

In Bregenz rechnet man mit Zunahme

So leidet man bei der ARA Bregenz unter der zusätzlichen Belastung. “Solche Feuchttücher zersetzen sich sehr sehr schwer”, bestätigt Stefan Carotta von der ARA Bregenz. Deren Rückstände sammeln sich in den Rechen und Pumpen an – und erhöhen den Reinigungsaufwand. Und dieser nehme noch weiter zu, so die Einschätzung aus Bregenz.

Feuchttücher sind Sondermüll

In der Nachbarstadt Dornbirn sind die Probleme bis hin zu Pumpausfällen bekannt, bestätigt Josef Wirth von der Stadt Dornbirn. So eine Pumpanlage käme mit sehr vielen Sachen gut zugange, die Reinigungstücher stellen sie jedoch vor Herausforderungen. Ob nun im Kanalnetz oder in der Kläranlage – die Feuchttücher müssen als Sondermüll der Verbrennung in Buchs zugeführt werden. Im Jahr könne dies mehrere Tonnen ausmachen, die Mehrkosten trägt der Bürger über die Gebühren.

Verbot wenig sinnvoll

Ein Verbot von Feuchttüchern im WC hält Wirth weder für sinnvoll noch für umsetzbar. Er hofft vielmehr auf ein Umdenken bei den Herstellern hin zu kanalverträglichere Materialien. Auch arbeiten derzeit die Pumpenhersteller an neuen Maschinen, die der Herausforderung Feuchttuch besser gewachsen sind.

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