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Fest der kirchlichen Aussaat

Rankweil - Am Sonntag firmt Bischof Erwin Kräutler 55 Rankweiler. Brigitte Knünz hat sie vorbereitet.

Erstmals gesellen sich heuer fünf Erwachsene zu den 50 Rankweiler Firmlingen, die allesamt wie üblich 17 Jahre alt sind. Ihre erwachsenen Kollegen arbeiten bei der Post und als Koch, im Versicherungs- und Reisegeschäft. Waren als Jugendliche entweder noch nicht so weit oder wollen bald selber Firmgotta oder -götte werden. Dazu muss man selber gefirmt sein. Das ist Voraussetzung.

Intensive Vorbereitung

In Rankweil hat neben Pfarrer Wilfried Blum vor allem Pastoralassistentin Brigitte Knünz die Firmvorbereitung vorgenommen. Und die hatte es in sich. Die Erwachsenen trafen sich seit Jänner einmal im Monat. Der Firmweg der Schüler und Lehrlinge begann bereits im Oktober. „Monatlich zwei Abendtermine“ galt es zu absolvieren. Ein Sozialprojekt umfasste den Suppentag der Pfarre oder einen Kaffeenachmittag nach der Krankensalbung. Auf die eine oder andere Art sollten sich die Jugendlichen einbringen, ehe sie gemeinsam den Versöhnungsweg beschritten. Die Rankweiler nennen es „Nachtpilgern“. Von St. Peter, der ältesten Kirche im Vorarlberger Oberland, führte der Weg über drei Stationen bis zum sogenannten Schafsplatz. Auf dieser Waldlichtung erwartete die Firmlinge ein mit Kerzen erleuchtetes Labyrinth. Mit hinein trugen sie Scherben aus Ton zum Zeichen der eigenen Verletzlichkeit, aber auch der Fähigkeit, anderen weh zu tun. „Sie haben die Scherben im Zentrum des Labyrinths gegen ein Bibelwort als Zuspruch ausgetauscht.“ So viel zur Versöhnung.

Zeitgerechte Ausdrucksformen

Und die Beichte? „Ist heute kaum mehr machbar, sodass Jugendliche sie ernst nehmen.“ Da gibt sich Brigitte Knünz keinen Illusionen hin. Die Suche nach jugendgerechten Ausdrucksformen hält sie für „die größte Herausforderung“ der Kirche von heute.

Von Kräutler inspiriert

Sie selber wusste im Grunde schon bei der Matura, welchen Weg sie einschlagen würde. Begeistert von Missionsbischof und Rußpreisträger Erwin Kräutler, suchte sie nach einer geistlichen Gemeinschaft und fand sie im „Werk der Frohbotschaft“ mit Sitz in Batschuns. Auch wenn ihre Missionsreise in die bolivianische Niederlassung nur zur Vergewisserung diente, dass sie doch lieber in Vorarlberg tätig sein würde. Hat sie seit damals nie die Zuversicht verlassen? Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Das setzt Vertrauen voraus. Knünz bestätigt das: „Was wir den Menschen mitgeben, ist wenig. Alles andere tut Gott.“ Was genau tut er denn? „Er nimmt sie an, wie sie sind.“ So vertraut Brigitte Knünz darauf, „dass die Menschen später auf das zurückgreifen können, was wir in den Wochen vor der Firmung gesät haben“.

Zur Person Brigitte Knünz

Knünz leitet die Firmvorbereitung in der Pfarre Rankweil. Geboren: 1971 in Dornbirn Ausbildung: Kindergärtnerin, dann Religionspädagogische Akademie und Ausbildung zur Pastoralassistentin. Laufbahn: seit 1994 Frohbotin, seit 2006 Pastoralassistentin Familie: lebt im Werk der Frohbotschaft mit Sitz in Batschuns

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