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"Ferrari spioniert mich aus"

Der von Ferrari wegen angeblicher Spionage gefeuerte Chefmechaniker Nigel Stepney beschuldigt das italienische Formel-1-Team, ihn zu beschatten.

Man hat mich sogar während meiner gesamten Urlaubsreise von Modena nach Frankreich beschattet. Gegen mich können sie tun, was sie wollen, meine Familie sollen sie aber aus dem Spiel lassen“, betonte Stepney in einem Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“.

Wegen der Spionageaktion hat Stepneys Rechtsanwältin Sonia Bartolini bei der Staatsanwaltschaft von Modena bereits eine Anzeige gegen Unbekannte eingereicht. Der 48-Jährige beteuert nach wie vor seine Unschuld in der Spionage-Affäre. Er habe das weiße Pulver in Monte Carlo nicht in den Tank der Ferrari-Boliden geschüttet. „Man hat mir das Pulver in die Hosentasche gesteckt, während ich in Maranello geduscht habe“, versicherte der Brite.

Stepney gab sich davon überzeugt, dass der eigentliche Spion immer noch in Maranello sei. „Ich habe keine Skizzen von Ferrari weggenommen. Jemand hat das getan, man hat ein Komplott gegen mich geschmiedet und der Verantwortliche ist noch bei Ferrari. Ich will keine anderen Kollegen belasten, ich kenne nur einen Teil der Geschichte. Ferrari kennt die ganze Geschichte“, meinte Stepney und erklärte sich zu einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft von Modena bereit.

Nach der Kündigung durch Ferrari habe er schon einen anderen Job außerhalb Italiens gefunden. „Aber dieser Job hat weder mit der Formel 1, noch mit McLaren zu tun. Ich mag Ron Dennis nicht. Ich habe ihn nur einmal getroffen und er hat mir vorgeschlagen, für ihn in Japan zu arbeiten“, sagte Stepney. Ferraris Konkurrenzteam McLaren-Mercedes war in der Vorwoche wegen der Spionage-Affäre vom Weltrat des Internationalen Automobilverbandes (FIA) verwarnt worden.

Spionage-Affäre wird vor FIA-Berufungsgericht verhandelt

Die Spionage-Affäre in der Formel 1 wird nun vor dem Berufungsgericht des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) verhandelt werden. Dies gab FIA-Präsident Max Mosley am Dienstag bekannt. Grund für diese Entscheidung war ein Brief von Luigi Macaluso, dem Präsidenten des Italienischen Automobilverbandes (ACI), der Mosley darum gebeten hatte, die Causa vor das FIA-Berufungsgericht zu bringen.

Macaluso bezog sich in seinem Schreiben auf das Paradoxon, dass McLaren-Mercedes nach Ansicht des FIA-Weltrats aufgrund des Besitzes von 780-seitigen Unterlagen über den aktuellen Ferrari-Formel-1-Boliden F2007 gegen Artikel 151c der Internationalen Sporting Codes verstoßen hat, aber trotzdem – „aus Mangel an Beweisen, dass McLaren die vertraulichen Daten des Konkurrenten verwendet habe“ – nicht bestraft, sondern nur verwarnt worden ist. „Aus diesem Grund fürchten wir, dass die Entscheidung des FIA-Weltrats einen Präzedenzfall schaffen könnte, der diesem Sport unangemessen und abträglich wäre“, hatte Macaluso in seinem Schreiben betont.

„Wegen der Wichtigkeit und des öffentlichen Vertrauens in die Entscheidung werde ich die Angelegenheit an das FIA-Berufungsgericht weiterleiten mit der Bitte, dass das Gericht Ferrari und McLaren sowie jeden anderen Wettbewerber, der dies wünscht, anhören soll“, hieß es in Mosleys Antwortschreiben am Dienstag. Das Berufungsgericht solle herausfinden, „ob die Entscheidung des FIA-Weltrats angemessen war oder, wenn nicht, eine andere Entscheidung zu fällen sei“.

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