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Ferrari: 35 Mio. Euro für Hamilton?

Der in Ungarn aus dem Ruder gelaufene Konflikt zwischen den beiden McLaren-Piloten Fernando Alonso und Lewis Hamilton zeigt erste Folgen.

Während Alonso angeblich bereits „Hamilton oder ich“ fordert, will Ferrari laut Zeitungsmeldungen den Krach ausnutzen und Jungstar Hamilton unter Vertrag stellen. Nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung „Tuttosport“ am Montag plant Ferrari, dem Engländer 35 Millionen Dollar anzubieten.

Ferrari will also den „Krieg“ zwischen den beiden Silberpfeil-Piloten ausnutzen, um Hamilton unter Vertrag zu nehmen. Der junge Engländer soll bei Ferrari Felipe Massa ersetzen und Co. neben Kimi Räikkönen werden. „Weder Massa noch Räikkönen gelten trotz des Talents als wahre Erben Schumachers. Zu Schumachers echtem Nachfolger könnte Hamilton aufrücken, der talentiert, entschlossen, schnell, siegesreich und erfolgshungrig ist“, schrieb die Zeitung.

Weiter heißt es: „Mit Lewis könnte Ferrari die Übergangsphase von einer Epoche zur anderen abschließen. Mit diesem Coup könnten bei Ferrari endlich wieder die sportlichen Leistungen in den Vordergrund rücken, nach Tagen, in denen man nur noch von Spionageaffären gesprochen hat“, so das Blatt.

Alonso wiederum soll McLaren-Mercedes ein Ultimatum gestellt haben. Wie die spanische Zeitung „Marca“ erfahren haben will, soll Alonso dem von Spionage-Affäre und Boxenstopp-Skandal gebeutelten britisch-deutschen Rennstall eine Notiz geschickt haben, in der er dazu auffordert, sich zwischen ihm und dem in der WM-Wertung allein führenden Lewis Hamilton zu entscheiden. Dem britischen Sender BBC sagte der als zweifacher Weltmeister von Renault zu den Silberpfeilen gewechselte Alonso, er werde im Team nicht so behandelt, wie er es erwartet hatte. Auf die Frage nach seinem Verbleib antwortete er: „Wir werden sehen.“

Nach Informationen der „Marca“ sollen sich sowohl Alonsos Vater als auch sein Manager Luis Garcia-Abad mit Renault-Teamchef Flavio Briatore getroffen haben, der den Asturier früher managte. Die Frage: Wie kann Alonso aus seinem laufenden Vertrag herauskommen?

Die Antwort lieferte „Marca“, das zudem mit einem jedoch höchst unwahrscheinlichen Engagement Alonsos bei BMW-Sauber spekulierte, selbst: „Entweder der Krieg der Piloten nimmt solche Formen an, dass der Spanier seine Entlassung erzwingt“, oder im Spionagefall zwischen den Silberpfeilen und Ferrari kommt es im Berufungsverfahren des Internationalen Automobilverbandes FIA zu Sanktionen gegen die Piloten. Dies ist aber so gut wie ausgeschlossen. „Marca“: „Er (Alonso) sitzt in einem goldenen Käfig.“

Der Machtkampf zwischen dem Asturier und dem in Ungarn triumphierenden Jungstar Hamilton war am Wochenende aus dem Ruder gelaufen. Alonso hatte mit einer umstrittenen Boxenstopp-Blockade den Briten aufgehalten und sich so letztlich auch die Pole-Position gesichert. Für die Verwirrung an der Box hatte allerdings zuvor der Brite gesorgt, der laut dem Team eine Anweisung nicht befolgt hatte.

Die doppelte Strafe folgte aber für Alonso: Er wurde um fünf Ränge zurückversetzt, Hamilton startete von der Pole und gewann seinen dritten WM-Lauf, Alonso wurde Vierter. Der Brite geht nun mit 80 Punkten als Führender in die dreiwöchige Sommerpause. Sechs Rennen vor dem Ende hat Alonso sieben Zähler Rückstand.

„McLaren ist ein Schlangennest. Aber das Gift kann Hamilton nicht stoppen“, schrieb die italienische Zeitung „Il Tirreno“ am Montag. Das in Tuttosport lancierte Ferrari-Angebot an Hamilton hatte Ferrari-Direktor Jean Todt schon am Sonntag heftig dementiert.

„L’Unita“ titelte: „Hamiltons Rache“. Und sie traf Alonso, dessen Nervenkostüm seit Wochen angeschlagen ist, offenbar bis ins Mark. Auch wenn Motorsportchef Norbert Haug meinte, das Duell der Titelrivalen im eigenen Lager, das an Alain Prost und Ayrton Senna in den 80ern erinnert, sei „nicht so dramatisch, wie es empfunden wird“.

Die Kommunikation haben die beiden Kontrahenten aber offenbar weitgehend eingestellt. „Es sieht so aus, dass er nicht mit mir spricht, ich weiß nicht, ob er ein Problem mit mir hat“, meinte Hamilton: „Ich werde nicht nach ihm Ausschau halten, damit er sich besser fühlt.“ Dringenden Gesprächsbedarf sieht indes Haug bis zum Großen Preis der Türkei Ende August: „Wir werden die Zeit nutzen, Dinge zu klären. Da muss man den Druck aus dem Kessel nehmen.“

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