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Fernreisen als "Klima-Killer"

Schwarzach - Kerosin-Steuer und Verzicht auf Fernreisen: Der Vorschlag von Umweltminister Josef Pröll spaltet das Land. "VN"-Video-Umfrage 

Auf einem Flug nach Teneriffa und retour bläst eine Maschine pro Fluggast zwei Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre – dafür braucht ein durchschnittlicher Autofahrer 14.000 Kilometer. Damit gehören Flugzeuge zu den größten Umweltverschmutzern.

Umweltminister Josef Pröll (ÖVP) will den „Klima-Killern“ jetzt den Kampf ansagen. Er plädiert für eine europaweite Besteuerung von Flugbenzin. Fernreisen würden dadurch deutlich teurer. Doch Pröll setzt nicht nur auf steigende Preise für Fernreisen, er appelliert gleichzeitig an die Österreicher, der Umwelt zuliebe auf Fernreisen zu verzichten und stattdessen in der Heimat Urlaub zu machen.

„Besteuerung nötig“

„Eine Besteuerung von Kerosin ist längst nötig und wird von uns seit Jahren vehement gefordert“, befürwortet Grünen-Landeschef Johannes Rauch den Vorschlag Prölls. Es könne nicht sein, dass ein Flug MünchenÖParis und retour billiger sei als eine Bahnfahrt nach Innsbruck und zurück. „Das ist völlig absurd.“

Auch Walter Lingg, Direktor von Vorarlberg Tourismus, und Heinz Loacker, Obmann der Fachgruppe der Reisebüros in der Wirtschaftskammer, sprechen sich für die Einführung einer Kerosinsteuer aus. „Die Fliegerei schädigt die Umwelt hemmungslos und genießt gegenüber Auto, Bus oder Bahn trotzdem einen gravierenden Wettbewerbsvorteil. Das muss sich ändern.“

Für Patrick Moosmann von “5 vor 12“ ist Prölls Appell, der Umwelt zuliebe auf Fernreisen zu verzichten, „schwachsinnig und stellt einen ganzen Wirtschaftszweig in Frage“. Denn umgekehrt dürften dann auch keine Japaner oder Amerikaner nach Österreich reisen. Verärgert reagierte auch SPÖ-Landeschefin Elke Sader: „Natürlich sind auch wir für ökonomisches Reisen. Aber den Menschen vorzuschreiben, wohin sie reisen, geht einfach zu weit.“ Umfrage

Ich würde schon verzichten. Dennoch halte ich den Vorschlag für Schwachsinn. Die Politik muss andere Vorgaben machen, als persönliche Verzichte von Bürgern einzufordern.

ARMIN IMMLER, 40, HÖRBRANZ

Ich unterstütze den Vorschlag, der Umwelt zuliebe auf Fernreisen zu verzichten, auf jeden Fall. Ich bevorzuge Österreich und Italien, da kann ich in wenigen Stunden mit der Bahn hin.

MARLENE SCHÄFER, 57, RANKWEIL

Meiner Meinung nach sollte man beim Klimaschutz nicht unbedingt beim Urlaub oder Flugreisen einhaken. Es gibt effektivere Ansatzpunkte. Die vielen Autos belasten die Umwelt sicher mehr.

PATRICK HELD, 17, DAFINS

Ich mache heuer zweimal Urlaub in Österreich und werde es mir auch in Zukunft überlegen. Dass Kerosin nicht besteuert wird, finde ich ungerecht. Billigflüge finde ich sowieso nicht richtig.

VERONIKA RIEZLER, 60, DORNBIRN

Nein. Der Urlaub im Inland ist einfach viel zu teuer. Ein Flug nach Thailand kostet die Hälfte weniger als ein Urlaub in Kärnten. Man geht ja auch ins Ausland, um was Neues kennenzulernen.

MATTHIAS HEINZLE, 19, SATTEINS

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