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Feldkirch: Ermittlungen gegen Berchtold

Feldkirch (VN) - Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen den Feldkircher Bürgermeister - Wilfried Berchtold stellt seine Ämter ruhend.
Lokalaugenschein im Rathaus
Pressekonferenz in Feldkirch
Keine nähere Auskunft
Burtscher nimmt Stellung
"Hoffen auf rasche Klärung"
"Tatort" in Langenegg
Sausgruber wünscht Klärung

Der Bürgermeister von Feldkirch, Wilfried Berchtold, hat heute die Flucht nach vorne angetreten. Seine Stellvertreterin Erika Burtscher (ÖVP) verlas im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Rathaus der Montfortstadt eine Erklärung zu einer brisanten Angelegenheit: Berchtold stellt seine Ämter als Bürgermeister und Gemeindeverbandspräsident mit sofortiger Wirkung ruhend – zumindest bis der Vergewaltigungsvorwurf gegen ihn geklärt ist. Die Geschicke der mit 30.869 Einwohnern zweitgrößten Stadt Vorarlbergs wird ab sofort die Landtagsabgeordnete und Vizebürgermeisterin Erika Burtscher – Gattin des ORF-Landesdirektors Wolfgang Burtscher – lenken.

Anzeige im März

Rückblende auf die bisher nicht bekannten Geschehnisse im März 2010. Drei Tage nach der Gemeindewahl – Berchtold wurde mit überwältigenden 76 Prozent Zustimmung im Amt bestätigt – zeigte eine Frau aus Feldkirch den Bürgermeister bei der Staatsanwaltschaft an: Verdacht der Vergewaltigung. Die angezeigte Straftat soll bereits im Herbst 2009 bei einer Klausurtagung der Feldkircher ÖVP in Langenegg geschehen sein, nachts um 2 Uhr im Hotelzimmer von Wilfried Berchtold. Das teilte die Frau im März über ihren Anwalt Martin Mennel der Staatsanwaltschaft mit.
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch ermittelt seither gegen Berchtold. Die Behörde führte die Erhebungen und Vernehmungen selbst aus, nur wenige Personen waren in die pikanten Ermittlungen gegen den prominenten Politiker involviert. So wurde auch die gesamte Polizei (auch die Bregenzer Kriminalabteilung) nicht eingebunden. Weder die Staatsanwaltschaft, der Opferanwalt noch Berchtolds Verteidiger gingen an die Öffentlichkeit, auch Berchtolds Parteifreunde erfuhren erst in den vergangenen Wochen von dem schlimmen Verdacht.

Aussage gegen Aussage

Die möglichst geheim gehaltenen Ermittlungen sollen nun, ein halbes Jahr später, kurz vor dem Abschluss stehen, wie die VN aus Justizkreisen erfahren. Mögliche Resultate: Entweder wird von der Staatsanwaltschaft Anklage erhoben – oder die Ermittlungen gegen Berchtold werden eingestellt, der Bürgermeister wäre damit unschuldig. Das Problem: in dem heiklen Verfahren steht Aussage gegen Aussage, es gibt laut Ermittlern, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, keine objektivierbaren Beweise. Will heißen: Keine ärztlichen Gutachten direkt nach der Tat, keine nachgewiesenen Verletzungen, keine Zeugen. Und für Berchtold steht durch den nur schwer beweisbaren Vorwurf womöglich mehr als nur seine politische Existenz auf dem Spiel.

Langjährige Beziehung

Berchtold wollte sich auf VN-Anfrage mit Hinblick auf seine Verteidigung zunächst nicht äußern. Sein Standpunkt ist in dem Verfahren aber klar: er habe keine Straftat begangen, habe die Frau nicht vergewaltigt.
Nun muss man wissen, dass es sich bei der Anzeigerin nicht um eine Zufallsbekanntschaft, sondern um eine langjährige Bekannte des verheirateten Bürgermeisters handelt, mit der ihn eine gut zehnjährige Beziehung verbinden soll. Jedenfalls sei die außereheliche Beziehung beendet worden, dann habe man sich wieder versöhnt, steht im Akt. All diese Umstände machen es für die Ermittler noch schwieriger, die Wahrheit herauszufinden.
Auch ein politischer Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, schließlich liegt der Zeitpunkt der Anzeige und der möglichen Tat im Umfeld der Gemeindewahlen.

Letzte Vernehmung diese Woche

Ausständig in dem Verfahren ist noch die sogenannte kontradiktorische Vernehmung, bei der die Zeugin (das mutmaßliche Opfer) noch einmal vernommen werden soll. Staatsanwalt, Beschuldigter und Verteidiger können Fragen stellen, die per Bildschirm aus einem anderen Raum übertragen werden. Diese Form der Vernehmung dient dem Schutz von Opfern, damit ihnen eine direkte Konfrontation mit dem Beschuldigten erspart bleibt. Die kontradiktorische Vernehmung wird diese Woche stattfinden. Anschließend sei mit einer Entscheidung der Staatsanwaltschaft über Fortführung des Verfahrens oder Einstellung der Ermittlungen recht rasch zu rechnen.

Für den Bürgermeister von Feldkirch, Wilfried Berchtold, gilt die Unschuldsvermutung.

Zur Person

Mag. Wilfried Berchtold, ÖVP
Bürgermeister von Feldkirch, Gemeindeverbandspräsident
Geboren: 21. Juni 1954 in Feldkirch
Familie: Berchtold ist verheiratet und hat drei Töchter sowie einen Sohn.
Ausbildung: Matura am Bundesgymnasium Feldkirch, Studium an der Hochschule für Welthandel in Wien
Laufbahn: 1980 bis 1986 Landtagsklubsekretär und Landesparteisekretär der ÖVP Vorarlberg. Von 1986 bis 1991 Wirtschaftskammer-Referent für Außenhandel und Handelspolitik. 1990 Mitglied der ÖVP-Reformkommission.
Seit 1991 Bürgermeister von Feldkirch.

Zur Person

Erika Burtscher, ÖVP
Vizebürgermeisterin von Feldkirch, Landtagsabgeordnete
Geboren: 9. Dezember 1956
Familie: Verheiratet mit ORF-Landesdirektor Dr. Wolfgang Burtscher, drei Kinder
Laufbahn: Lehrerin, Mitglied der Stadtvertretung von Feldkirch seit 1995, Stadträtin seit 1997, Vizebürgermeisterin seit 2000, Mitglied des Vorarlberger Landtages seit 20.10.2004

Pressekonferenz: Erika Burtscher nimmt Stellung

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Der “Tatort” – ein Hotel in Langenegg

 

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