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FDP: Gemeinsamer Kandidat möglich

Liberale wollen Schäuble nicht
Liberale wollen Schäuble nicht
Nach den ergebnislos verlaufenen nächtlichen Gesprächen zwischen der FDP und den Unionsparteien wird heute weiter über einen bürgerlichen Kandidaten verhandelt.

„Ich sehe die große Chance, dass das erreichbar ist”, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart. Nach den „ersten ernsten Gesprächen” werde nun „das Feld sondiert”. Die FDP habe dabei eine „klare Präferenz” für einen eigenen Bewerber, sagte Pinkwart. Er nannte den Ex-Parteichef und Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, Wolfgang Gerhardt, einen „exzellenten Kandidaten”.

CSU-Chef Edmund Stoiber sagte nach dem Treffen mit den Parteivorsitzenden von CDU und FDP, Angela Merkel und Guido Westerwelle, dem Sender N24, das Gespräch sei „in einer angemessenen Stimmung” verlaufen.  Die Gespräche werden am Mittwoch fortgesetzt.

Liberale wollen Schäuble nicht

Führende Liberale hatten vor dem Treffen klar gemacht, dass sie den in der Union favorisierten ehemaligen CDU-Chef Wolfgang Schäuble nicht mittragen wollten. In der rot-grünen Koalition hieß es, SPD und Grüne seien bei einem Vorschlag der FDP bereit, die ehemalige Ausländerbeauftragte Cornelia Schmalz-Jacobsen bei der Wahl zu unterstützen.

Auch Gespräche mit Rot-Grün

Westerwelle hatte sich am Montag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und am Dienstag mit Grünen-Chef Reinhard Bütikofer getroffen, um die Präsidentenfrage zu erörtern. Teile der FDP haben sich dafür ausgesprochen, zusammen mit SPD und Grünen Schmalz-Jacobsen ins höchste Staatsamt zu wählen.

FDP Zünglein an de Waage

Für die FDP-Spitze hat aber eine Einigung mit der Union Priorität.

In der Bundesversammlung stellen CDU und CSU 543 der 1206 Elektoren. Der FDP mit ihren 82 Stimmen kommt bei der Wahl des Nachfolgers von Bundespräsident Johannes Rau eine entscheidende Rolle zu. Die Bundesversammlung ist aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleichen Zahl von Delegierten zusammengesetzt, die von den Landtagen der Bundesländer entsandt werden, aber diesen nicht angehören müssen.

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