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Faszination Fußball

Wie lässt sich erklären, dass ein verhältnismäßig simples Spiel wie der Fußball zur beliebtesten Sportart der Welt werden konnte? Die Psychologie gibt Antworten.

Zieht man alleine die TV-Quoten zu Vergleichen heran, so sind olympische Spiele und nicht die Fußballweltmeisterschaft das Sportereignis Nummer eins. Der Grund dafür ist, dass die drei bevölkerungsreichsten Länder der Erde (China, Indien und USA) bislang mit dem Spiel ums runde Leder noch nicht so richtig warm geworden sind. Für die meisten Länder Europas, Südamerikas und Afrikas bleibt: Fußball jedoch die Sportart Nummer eins, und eine Fußball-WM der größte Einzel-Sportevent berichtet. Doch wie konnte der Fußball überhaupt so groß werden?

 

Fußball: Die Einfachheit ist der Schlüssel

„Die besondere Faszination des Fußballs liegt zu einem großen Teil in seiner Einfachheit“, sagt Jens Heuer, Sportpsychologe aus Münster im Interview mit dem Sportmagazin netzathleten.de. „Zum Fußballspielen braucht es nicht viel. Ein Ball, ein wenig Platz und einige Mitspieler, schon kann es losgehen. Die Möglichkeit, Fußball zu spielen, ist überall auf der Welt gegeben“, fährt Heuer fort. Selbst das Problem nicht vorhandener Tore lässt sich mittels Bäumen, Tonnen oder Taschen immer irgendwie lösen.

Die Einfachheit des Spiels geht aber noch weiter: Während beispielsweise im Basketball ein Korb je nach Situation  einen, zwei oder drei Punkte wert sein kann, zählt ein Treffer im Fußball immer gleich viel, egal aus welcher Distanz, egal wie geschossen.

Darüber hinaus ist ein Tor nicht bloß ein Tor: „Im Handball oder im Basketball ist ein Tor oder ein Korb ein normaler Bestandteil des Spiels, im Fußball ist es eine echte Rarität. Und bereits das erste Tor kann eines Spiels kann das letzte und somit das entscheidende sein“, sagt Sportpsychologe Jens Heuer.

 

Fußball ist unberechenbar

„Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wie das Spiel ausgeht“, hatte schon der ehemalige deutsche Bundestrainer Sepp Herbergergesagt . Und in der Tat enden Spiele und Turniere nicht immer so, wie man es erwartet. Der Fußball lebt einfach von der Überraschung, ebenso wie von den Details, die einen Spielverlauf beeinflussen.

 

Die Liebe zum Fußball wird weitervererbt

In Europa, Afrika oder Südamerika kommt man in aller Regel schon in frühesten Kindertagen mit dem Fußball in Berührung. Es gibt immer jemanden Im engeren Umfeld der die Liebe zum Fußball weitervererbt. Es reicht oft schon, wenn man zum Geburtstag einen Ball geschenkt bekommt, dder wenn man vom Vater mit ins Stadion genommen wird. Dies ist meist die Geburtsstunde einer wunderbaren Freundschaft.

 

Fußball schafft Identifikation

Fußball ist auch ein Motivationsspender. Gerade in ärmeren Ländern stellt der Sport und im speziellen der Fußball eine der wenigen Möglichkeiten auf gesellschaftlichen Aufstieg dar. Dies trägt enorm zur Identifikation mit dem Spiel und seinen Stars bei, wie Sportpsychologe Jens Heuer ausführt: „Fußballhelden sind für viele Jungen und Mädchen Identifikationsfiguren. Erfolg auf der Weltbühne des Fußballs dient als Projektionsfläche für eigene Wünsche und Sehnsüchte. Die Fußballstars – und wir mit ihnen – durchleben grandiose Triumpfe ebenso wie tragische Niederlagen.“

 

Fußball verbindet Menschen

In den Stadien, aber auch beim Public Viewing oder in Bars erhält man einen tiefen Einblick von der verbindenden Kraft des Fußballspiels. Mit den anderen Anwesenden bildet man eine Art (Leidens-)Gemeinschaft: „Nahezu jeder Mensch empfindet es als lustvoll und beschwingend, in einer Gruppe Gleichgesinnter Rauschhaft-Besonderes zu erleben. Je größer die Fangemeinde eines Teams ist, umso stärker kann das positive Erleben ausfallen“, erläutert Sportpsychologe Jens Heuer. Ein Sieg nach einem 0:2-Rückstand ist ohnehin eine Seltenheit und ein Anlass für einen heftigen Adrenalinausstoß. Doch wenn man eine solche Erfahrung in der Gemeinschaft macht, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich die Atmosphäre und die Emotionen einbrennen und auch Jahre später noch auf Abruf eine Gänsehaut erzeugen können.  

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