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Fast hüllenlos, aber "spitze"

Stefan Vögels "Altweiberfrühling" wird zur wärmenden Angelegenheit.

Dass Stefan Vögel, Vorarlberger Autor, Kabarettist und Theaterleiter, keinesfalls gewillt ist, ein Blatt vor den Mund zu nehmen, hat man erwartet. Dass er die Bühnenversion des Erfolgsfilmes „Herbstzeitlosen” der Schweizerin Bettina Oberli neu ordnet und mit so viel Wärme auflädt, ist eine positive Überraschung. Die Geschichte, die hinter dem „Altweiberfrühling” steckt (wie nun der Titel seines von Wien bis Hamburg nachgefragten Stückes lautet), ließe sich mühelos auch mit einigem Zynismus ausbreiten und hätte dennoch Lacher. Vielleicht sogar noch mehr, aber Vögel und auch der Regisseur Phillippe Roussel nehmen die Personen und ihre Wünsche ernst. Vier ältere Damen wollen sich nicht auf dem Abstellgleis parkieren lassen, nach einer kurzen Depressionsphase sollen Lebens-träume realisiert werden.

Punktgenau

Martha (berührend, aber auch durchsetzungsfähig dargestellt von Emi Heinzle) will endlich mit einer eigenen Boutique Spitzenwäsche unters Volk bringen. Unter ihren hilfreichen Freundinnen befindet sich – ungemein präsent und punktgenau – mit Karin Mommsen der einstige Publikumsliebling des Theaters für Vorarlberg und mit Heide Capovilla eine Komödiantin von Format. Gabi Fleisch macht die Höhen und Tiefen der vom Schicksal gebeutelten Lisi glaubhaft und mit Theresa Feuerstein gewinnt ein junges Talent Bühnenklasse. Die oppositionelle Herrenriege, die lieber der Kirche oder der Partei (auf jeden Fall aber der Doppelmoral) dient, führt Armin Dallapiccola forsch, aber dann eben doch nicht zu grob an und mit dem verliebten Pfarrer mischt Alfons Noventa Komik und Tiefgang im richtigen Verhältnis ins bunte Bild der Ausstatter Kerstin Köck und Reinhard Mathis. Auch fast hüllenlos, also von den Pointen her sanft dosiert, können Komödien „spitze” sein.

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