Fast 100 Migranten in Lkw in Mazedonien entdeckt

Das Geschäft der Menschenschmuggler blüht
Das Geschäft der Menschenschmuggler blüht
Nach der Schließung des inoffiziellen Flüchtlingslagers in Idomeni haben Schlepper an der Grenze zu Mazedonien ihre Aktivitäten intensiviert. 97 Flüchtlinge fand die mazedonische Polizei laut lokaler Medienberichte am Dienstag in einem Lkw am mazedonisch-griechischen Grenzübergang Bogorodica-Evzoni. Bereits am Montag waren in Serbien 44 Migranten und drei Schlepper festgenommen worden.


Auch an der Grenze zu Ungarn blüht demnach das Geschäft der Menschenschmuggler. Täglich würden bis zu 150 neue Flüchtlinge in der nordserbischen Stadt Subotica ankommen, die ihren Weg in Richtung Westeuropa dann mit Hilfe von Schlepperbanden fortsetzen würden, berichteten lokale Medien. Sowohl vor dem Grenzübergang Kelebija-Tompa sowie Horgos-Röszke würden zudem bis zu 200 Menschen auf eine legale Einreise nach einem Asylantrag warten, was aber nur rund 20 Personen täglich erlaubt werde.

Erst am Montag hatte die ungarische Regierung bekannt gegeben, den bereits jetzt existierenden Grenzzaun zu Serbien verstärken zu wollen. “Nach der Schließung des Flüchtlingslagers Idomeni hat sich die Zahl der Migranten, die versuchen, den ungarischen Grenzzaun zu überwinden, erhöht”, sagte der Berater des ungarischen Premiers Viktor Orban, György Bakondi, dem Radiosender Kossuth. Während vor der Schließung 70 bis 90 Menschen illegal die Grenze überquert hätten, seien es nun 100 bis 150, sagte Bakondi. Der Stacheldrahtzaun sei “nicht ausreichend” und werde durch “permanente Absperrungen” ersetzt.

Auf Kreta entdeckten die Behörden am Dienstag 130 Flüchtlinge, die zu Fuß nahe der Ortschaft Milatos auf der Nordseite der Insel unterwegs waren. Es wird vermutet, dass die Menschen mit dem Boot in der Türkei gestartet sind und weiter nach Italien wollten.

Die Küstenwache suchte laut lokalen Medienberichten gemeinsam mit Fischern und anderen vorbeifahrenden Booten nach dem Schiff, das die Menschen an einem einsamen Strand abgesetzt haben soll. Einwohner der Region gaben den erschöpften Menschen Trinkwasser und leisteten Erste Hilfe. Unter den Flüchtlingen waren auch viele Kinder.

Kreta lag bisher nicht auf der klassischen Flüchtlingsroute von der Türkei aus in Richtung Ägäis-Inseln. Seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Deals, der vorsieht, dass alle illegal aus der Türkei eingereisten Flüchtlinge wieder dorthin zurückgeschoben werden, suchen die Migranten aber offenbar neue Routen. Bereits vergangenen Freitag waren an Bord eines anderen Schiffes 65 Migranten auf dem Weg von der Türkei nach Italien auf Kreta gestrandet.

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