Faßmann verteidigt Maskenpflicht als "gelinderes Mittel"

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Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat am Montag verteidigt, dass mit der Rückkehr eines Großteils der Schüler in die Klassenzimmer abgesehen von Volks- und Sonderschulen überall eine Maskenpflicht auch im Unterricht gilt.

"Es ist ein gelinderes Mittel, damit wir einen Präsenzunterricht wieder durchführen können", betonte er. Er vertraue außerdem darauf, dass die Lehrer hier mit Sensibilität und Sachverstand vorgehen werden.

Die Regelung solle nicht auf Biegen und Brechen umgesetzt werden, sagte Faßmann. Die Schule sei schließlich kein Operationssaal. Gerade wenn gelüftet werde oder ein Schüler mit der Maske nicht gut Luft bekomme, könne diese auch einmal abgesetzt werden. Ganz grundsätzlich handle es sich bei der Maskenpflicht allerdings um ein relativ gelindes Mittel, um Infektionszahlen zu bremsen, verwies er auf die Bedeutung von Aerosolen bei der Übertragung von Sars-CoV-2.

Elternverbände gegen Maskenpflicht

Er bekomme Mails, teilweise auch Massen- und Serienmails, von Eltern, die eine Maskenpflicht im Unterricht strikt ablehnen, ohne aber zu sagen, wie sie sich einen sicheren Schulalltag in Zeiten einer Pandemie vorstellen würden, schilderte Faßmann. Dabei klinge eine Unterschätzung der gesundheitlichen Gefahr durch das Coronavirus durch. Zuletzt hatten sich auch Elternverbände gegen die Maskenpflicht während des Unterrichts stark gemacht und Alternativen wie den Einsatz von Lüftungsgeräte oder Plexiglasschutzwänden gefordert, damit die Jugendlichen zumindest am Sitzplatz die Maske abnehmen können.

In einem Schreiben an die Bildungsdirektionen hat das Bildungsministerium den Schulen bereits eine Handlungsanweisung geliefert, was zu tun ist, wenn Eltern wegen der Maskenpflicht mit Strafzeigen oder Amtshaftungsklagen drohen: Die Schulen sollen die Sache an die Bildungsdirektionen weitergeben. Diese wollen wiederum auf eine noch ausständige Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs zum Mund-Nasen-Schutz an den Schulen verweisen, die noch abzuwarten sei.

Hohe Teilnahme bei Massentest

72 Prozent der Schul- und Kindergartenmitarbeiter haben unterdessen laut Faßmann am Wochenende an den speziellen Massentests für diese Berufsgruppe in sechs Bundesländern. 0,24 Prozent bzw. rund 300 Personen davon waren laut Antigentest mit dem Coronavirus infiziert. Keine Zahlen gibt es vorerst für Wien, Tirol und Vorarlberg, wo Lehrer und Kindergartenpädagogen an den generellen Massentests teilnahmen.

"Großartiger Wert"

Für ihn sei die hohe Beteiligung ein Beleg für das ausgeprägte Verantwortungsbewusstsein der Pädagoginnen und Pädagogen, zeigte sich Faßmann erfreut. "Das ist mehr als ein respektabler Wert, man kann auch sagen, das ist ein großartiger Wert."

Welcher Anteil an Lehrern über alle Bundesländer hinweg an den Tests teilgenommen hat, wird man laut Faßmann erst wissen, wenn auch Wien mit seinem bis 13. Dezember dauernden Massentest fertig sei. Selbst wenn man den in Wien derzeit verhaltenen Zustrom berücksichtige, liege man bei insgesamt zwei Drittel. Bei Tirol geht Faßmann von einem ähnlich hohen Wert wie in den anderen Bundesländern aus.

Geringe Positivrate

Der Anteil an Positiven unter den Getesteten liegt mit 0,24 Prozent deutlich unter dem Wert der jüngsten Dunkelzifferstudie vom November mit 3,1 Prozent. Nachdem die Bestätigung der positiven Befunde durch PCR-Tests noch aussteht, dürfe dieser Wert noch weiter sinken. Diese niedrigen Infektionszahlen könnten laut Faßmann daran liegen, dass sich an einem freiwilligen Test tendenziell jene beteiligen, die ohnehin gesundheitsbewusst sind und sich an Regeln halten. Dazu komme, dass die Dunkelzifferstudie am Höhepunkt der zweiten Welle stattgefunden habe, während die Lehrer-Massentests am Ende des zweiten harten Lockdowns durchgeführt wurden, durch den die Dunkelziffer bereits gedrückt wurde.

Es habe sich gezeigt, dass das spezifische Ansprechen sozialer Gruppen eine Möglichkeit sei, um die Akzeptanz der Massentests zu steigern, betonte Faßmann. Jugendliche, die sich derzeit kaum an den Massentests beteiligen, müsse man bei der nächsten Testwelle sicherlich spezifischer ansprechen und ihnen klar machen, was das Testen ihnen im realen Leben bringe.

Testungen von Schülern

Angesprochen auf mehr Testungen von Schülern verwies auf Faßmann auf deren große Zahl von 1,1 Millionen. Dazu komme, dass jüngeren Schülern aus Sicht der Eltern manche Testmethoden nicht zuzumuten seien. "Da müssen wir noch reflektieren, wir haben hier noch ein klein wenig Zeit und werden es auch rechtzeitig kommunizieren." Es kämen hier auch ständig neue Testverfahren auf den Markt.

Aus Faßmanns Sicht sind die Massentests jedenfalls ein gutes Instrument, um symptomlos Infizierte aus dem System zu holen. Testen sei wichtig für Normalität im Schulbetrieb und es werde mit Sicherheit im Jänner weitere Screenings geben. Ob es sich dabei erneut um Massentests oder um spezifische dezentrale Testungen handeln wird, sei noch nicht entschieden. "Aber Testen wird für eine virusrobuste Schule zur Normalität werden." Zusätzlich gebe es an den Schulen nun auch in acht Bundesländern mobile Tester, die Verdachtsfälle an den Schulen mittels Antigen-Schnelltests rasch abklären sollen.

(APA)

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