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Fans stürmten auf das Spielfeld

Das Nachtragsspiel der 22. Runde der Fußball-Bundesliga zwischen Austria und GAK hatte am Donnerstag ein unrühmliches Ende. Beim Stand von 3:0 für die Grazer stürmten "Fans" der Wiener ab der 79. Minute aufs Feld. 

Zuvor hatte sich der GAK weiter unbeirrt auf Erfolgskurs befunden. Die Steirer, zuletzt fünf Mal in Serie in der Meisterschaft siegreich, führten durch zwei Treffer von Roland Kollmann (39. und 78. Minute) sowie ein Eigentor von Joey Didulica nach Stangenschuss von Joachim Standfest (62. Minute) klar mit 3:0. Nach dem 3:0 für die Grazer stürmten “Fans” der Wiener aufs Feld. Da es weder der Austria noch der Exekutive in fast 15 Minuten gelungen war, die Anhänger zum Verlassen des Rasens im Horr-Stadion zu bewegen, entschied Schiedsrichter Dietmar Drabek schließlich auf Abbruch. Sowohl Generalmanager Toni Polster als auch Kapitän Ernst Dospel hatten die Fans per Mikrofon aufgefordert, das Spielfeld zu verlassen, jedoch erfolglos.

GAK auf jeden Fall 3:0-Sieger
Der Senat I der Fußball-Bundesliga wird sich am Freitag mit dem Abbruch befassen. Angesichts der Restspielzeit von nur noch rund zehn Minuten wird das Ergebnis von 3:0 für den GAK wohl beglaubigt werden. Daneben könne es nur noch eine weitere Alternative, die 3:0-Strafverifizierung hieße, wie Bundesliga-Vorstand Georg Pangl bestätigte. Abgesehen vom sportlichen Rückschlag wird die Austria auch noch weitere abseits des Spielfelds hinnehmen müssen. Da es ja bereits am 29. Mai 2003 bei der 0:2-Heimniederlage der Wiener gegen Bregenz wegen Zuschauern auf dem Spielfeld des Horr-Stadions zu einer 25-minütigen Unterbrechung gekommen war, droht den Favoritnern auf Grund der “Wiederholungstat” sogar eine Platzsperre. Die Exekutive und SR Drabek haben laut Pangl “in der Krisensituation richtig reagiert”.

Platzsturm soll geplante Aktion gewesen sein
Austria-Sportmanager Günther Kronsteiner hat nach dem Abbruch von einem “angesagten Platzsturm berichtet, der unter allen Umständen stattgefunden hätte.” Kronsteiner stützte sich dabei auf Informationen seines Kapitäns Dospel, die dieser aus Fan-Kreisen erhalten hatte. “Es war kein Protest gegen das Ergebnis oder Spiel, sondern gegen die generelle Situation”, betonte der Sportmanager. Nach dem schwelenden Konflikt zwischen Kronsteiner und Generalmanager Polster sowie den Diskussionen über eine Nicht-Vertragsverlängerung mit Coach Lars Söndergaard breiteten die Fans während des Platzsturms auf der Westtribüne ein Transparent mit der Aufschrift “Macht uns unsere Austria-Familie nicht kaputt” aus. Zuvor war “Stürmen, stürmen!” gerufen worden. Eineinhalb Stunden nach dem Spiel belagerten die Austria-Fans noch immer den Platz. Dospel, Blanchard und Polster stellten sich den Fans zu Diskussionen. Gegen 19:00 Uhr war das Stadion dann geräumt.

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