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Familienzusammenführung: "Eine reine Geldmacherei"

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Alexa Mayer wollte eigentlich zu ihrem Mann nach Marokko ziehen. Die Pläne haben sich nun geändert, doch der gemeinsame Umzug scheitert vor allem am Geld. Nun hofft sie auf Unterstützung.

Die Verdächtigungen und Unterstellungen sind Alexa Mayer natürlich klar und altbekannt: Der wolle ja nur nach Europa, der nutze sie nur aus. Das beweise allein schon der Altersunterschied, er ist schließlich 20 Jahre jünger als sie. Man habe viel zu schnell geheiratet.

Geplant war Leben in Marokko

Daraus macht sich die Rankweilerin jedoch nichts. Schließlich ging die Beziehung eigentlich von ihr aus, er wollte eigentlich nie nach Vorarlberg. Der Plan war eigentlich, dass die junge Familie in Marokko bleibt. Younes hat dort sein Leben, Alexa ist als Beraterin vor allem online tätig. Der zehnjährige Sohn der bis jetzt alleinerziehenden Vorarlbergerin wäre von einer deutschen Lehrerin unterrichtet worden.

Planänderung in letzter Minute

Alles war schon vorbereitet, die Zelte in Vorarlberg bereits abgebrochen. Dann wurde der Lehrerin das Visum jedoch nicht länger gewährt. Und eine internationale Schule gibt es nur in Casablanca, die Metropole war jedoch für Alexa keine Alternative. Da die Familie jedoch Wert auf eine qualifizierte Ausbildung legt, blieb nur die Heimkehr nach Vorarlberg für Alexa und ihren Sohn. In letzter Minute gelang es quasi, den Sohn wieder in der Schule anzumelden.

Monatelange Behördengänge

Seitdem kämpft die junge Familie darum, in Vorarlberg wieder vereint zu sein. Ihnen würden jedoch zahlreiche Steine in den Weg gelegt werden, alles kostet Unsummen. Alexa muss schuldenfrei sein und finanzielle Reserven für ein halbes Jahr vorweisen. Denn ihr Mann darf nach seiner Ankunft nicht arbeiten.

Deutschkurse im Ausland teurer als hier

Und er muss noch Deutsch lernen. Dies darf er jedoch nicht in Vorarlberg bei Frau und Kind in seiner erzwungenen halbjährigen Freizeit, sondern in Marokko. Dort gibt es nur zwei anerkannte Schulen, die Kurse kosten laut Alexa an die 1.500 Euro - fünf Mal mehr als in Vorarlberg selbst.

Jahrelange Behördenverfahren

Hinzu kommen die Kosten für Beglaubigungen, Übersetzungen, Rechtsberatung und die Ausstellung der verschiedensten Dokumente. Die Verfahrensdauer ziehe sich bis zu fünf oder sieben Jahre, wie Alexa von Leidensgenossen weiß. Dies koste Kraft und Geld, welches sie auf Dauer kaum hat. Aufgeben will sie jedoch nicht.

Familie sammelt Geld

Wer Alexa und ihre Familie unterstützen möchte, auf gofundme gibt es eine Kampagne, über die die Familie Geld sammelt.

(Red.)

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