Fall Litwinenko: London will Prozess

Die britische Justiz will die Auslieferung des russischen Geschäftsmannes Lugowoj beantragen und ihn möglicherweise wegen des Mordes an Litwinenko vor Gericht stellen.

Wie der „Guardian“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, liefere ein Antrag von Scotland Yard genügend Hinweise, um Lugowoj den Prozess zu machen. Der ehemalige KGB-Mann bestreitet alle Vorwürfe.

Der 41-jährige Lugowoj war gemeinsam mit seinem Ex-Kollegen Dmitri Kowtun am 1. November in einer Londoner Hotelbar mit Litwinenko zusammengetroffen. An diesem Tag soll der 2001 nach Großbritannien übergelaufene Litwinenko mit einer hohen Dosis des radioaktiven Polonium-210 vergiftet worden sein. Schon wenige Stunden später klagte er über Übelkeit, am 23. November starb er in einem Londoner Krankenhaus. In seiner letzten Botschaft an die Öffentlichkeit machte er den russischen Präsidenten Putin für seinen Tod verantwortlich.

In der Hotelbar und in Zimmern des Millennium-Hotels im Zentrum Londons, wo die beiden Geschäftsleute Kowtun und Lugowoj übernachtet hatten, wurden radioaktive Spuren gefunden. Worüber sie mit Litwinenko sprachen, ist bis heute unklar. Angeblich ging es um „Geschäfte“. Beide verdienen im Sicherheitsbereich ihr Geld.

Unmittelbar nach dem Mord an Litwinenko erklärte Lugowoj zu Hause in Moskau: „Irgend jemand will mir eine Falle stellen. Ich weiß nicht, wer. Und ich weiß nicht, warum.“ Auch in der vergangenen Nacht betonte er gegenüber dem „Guardian“ erneut, mit dem Tod seines Ex- Kollegen nichts zu tun zu haben. Berichte, dass auch er und Kowtun mit Polonium vergiftet seien, haben sich mittlerweile als falsch herausgestellt.

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