Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Fahrerflucht bei jedem fünften Unfall auf der Piste

Unüberlegtes Verhalten bei einem Unfall auf der Piste kann strafrechtliche Folgen haben.
Unüberlegtes Verhalten bei einem Unfall auf der Piste kann strafrechtliche Folgen haben. ©Bilderbox (Symbolbild)
Immer wieder kommt es nach einem Zusammenstoß zu Fahrerflucht auf der Skipiste. Dabei handelt es sich um kein Kavaliersdelikt, Fahrerflüchtigen drohen wegen unterlassener Hilfeleistung sogar mehrjährige Haftstrafen.
Zeugenaufruf nach Skiunfällen

Dank den Semesterferien erleben Vorarlbergs Skigebiete ihre Hochsaison. Mit dem Ansturm der Wintersportler häufen sich jedoch auch die Unfälle auf den Pisten. Erst am Dienstag verletzte ein rückwärts abfahrender Skifahrer einen 15-jährigen Snowboarder, eine 68-Jährige wurde von einer nachkommenden Skifahrerin niedergefahren und schwer verletzt. Beides Mal hielten die Unfallverursacher zwar an, fuhren jedoch bald weiter statt ihre Personalien weiterzugeben oder das Eintreffen der Einsatzkräfte abzuwarten.

Bis zu 20 Prozent Fahrerflucht

In Vorarlberg gab es diese Saison bis zum 21. Januar allein zwölf Unfälle mit Fahrerflucht. Zum Vergleich: Im langen Winter 2012/13 waren es insgesamt 45. “Grundsätzlich sind 15 bis 20 Prozent aller Unfälle auf der Piste mit Fahrerflucht”, informiert Susanne Dilp von der Landespolizeidirektion. Derzeit gibt es aufgrund der geringen Schneemengen vergleichsweise zum Vorjahr mehr Unfälle am Pistenrand.

Statistik der Pistenunfälle

  Wintersaison 2012/13 Wintersaison 2013/14
Ski- und Pistenunfälle gesamt 409 132
davon tödlich 3 0
davon lebensbedrohlich 6 0
davon schwer verletzt 154 63
davon leicht verletzt 138 38

 Stand: 21. Januar 2014

Aufklärung schwierig

Die Aufklärung der Unfälle auf den Pisten gestaltet sich für die Polizei schwierig. Selbst mit einer genauen Personenbeschreibung stelle sich die Fahndung vor allem in größeren Skigebieten als wenig erfolgversprechend heraus. In fünf Prozent der Fälle, hochgerechnet auf die Gesamtzahl der Unfälle, sei es laut Dilp jedoch möglich den Unfallverursacher auszuforschen.

Kein Kavaliersdelikt

Dabei ist die Fahrerflucht auf der Skipiste alles andere als ein Kavaliersdelikt. “Dabei handelt es sich um eine klassische Fahrerflucht  und Imstichlassen eines Verletzten nach § 94 Strafgesetzbuch“,  weiß Rechtsanwalt und Skirechtler Johannes Sander von der Bludenzer Kanzlei Piccolruaz & Müller. Denn wer einen Unfall verschuldet, muss auch helfen. Ansonsten drohen Geldstrafen und Haftstrafen. Diese kann beim Versterben des Unfallopfers bis zu drei Jahre betragen. “Dabei muss jedoch für den Unfallverursacher erkennbar sein, dass Hilfe benötigt wird”, betont Sander. Zusätzlich kommen noch zivilrechtliche Forderungen des Opfers auf den den Unfallverursacher zu.

Jeder zu Hilfe verpflichtet

Jedoch auch die anderen Skifahrer und Snowboarder müssen Verletzten helfen, wenn sie welche vorfinden. Dies ist sowohl in den verbindlichen FIS-Regeln wie auch in § 95 Strafgesetzbuch geregelt, erklärt Sander. Dies gilt, wenn die Hilfeleistung möglich und auch erforderlich ist. “Wenn bereits zwei Personen dem Verletzten helfen, wird es nicht immer noch weitere Helfer brauchen”, schränkt Sanders ein.

Polizei empfiehlt Datenaustausch

Grundsätzlich rät die Polizei dazu, bei einem Unfall zwischen mehreren Alpinsportlern immer die Daten auszutauschen. “Oft werden Verletzungen erst am Abend oder am Folgetag festgestellt. Die Ermittlung von weiteren, am Unfall Beteiligten ist für die Polizei dann umso schwieriger”, weist Dilp auf den Vorteil bereits erhobener Daten hin.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Fahrerflucht bei jedem fünften Unfall auf der Piste
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen