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F: Geiselnehmer in Psychiatrie

Nach dem glimpflichen Ende einer Geiselnahme in seiner früheren Schule am Donnerstag kommt ein arbeitsloser Lehrer aus Westfrankreich in die Psychiatrie.

Der 33-jährige Nicolas Vilpail hatte am Donnerstag 21 Schüler und zwei Angestellte fünf Stunden lang festgehalten. Staatsanwalt Christian Elek sagte am Freitag in Le Mans: „Er bezeichnet sich als Opfer einer Staatsverschwörung, redet von Geheimagenten“ und „von Liebeskummer und einer gescheiterten Ehe“.

Vilpail war am Donnerstag um 15.00 Uhr in das Gymnasium von Sable-sur-Sarthe bei Le Mans eingedrungen und hatte 23 Menschen mit einer Pistole für Gummigeschosse bedroht. Die Geschosse könnten tödlich sein, berichtete die Polizei.

Etwa 40 Mann der Sondereinsatzgruppe GIGN waren zu der staatlichen Schule mit 1.400 Schülern geschickt worden. Das Schulgebäude wurde evakuiert. Spezialisten für Verhandlungen mit Geiselnehmern sprachen eine Stunde lang mit dem Mann. Dann stellte er sich.

Schüler berichteten am Freitag, Vilpail sei über seine zweijährige Arbeitslosigkeit verzweifelt gewesen. Er sei „freundlich“ gewesen und habe über seine schwierige Lage reden wollen. Die 16 bis 20 Jahre alten Schüler wurden am Freitag psychologisch betreut. Der Unterricht soll erst nach und nach wieder beginnen, „um das Drama zu vertreiben“, erklärte der Direktor Philippe Ravaz.

„Es hat keine Gewalt gegeben, der Mann respektierte die ihm bekannten Schüler und wollte, dass man ihm zuhört, seine Not erkennt“, sagte der Präfekt Stephane Bouillon. Die Geiseln durften sich frei bewegen, aber nicht zur Tür des Klassenzimmers gehen. Sie konnten per Handy mit ihren Familien sprechen oder eine SMS schicken. „Er hat uns erklärt, warum er das tut, und als manche Angst hatten, legte er seine Waffe nieder“, sagte der Schüler Vincent.

„Er schien nicht nervös zu sein und meinte, für seine Tat werde er jedenfalls 20 Jahre kriegen“, sagte eine der Schülerinnen. Der Mann hatte den Raum verbarrikadiert und verlangt, mit dem früheren Bildungsminister und ehemaligen Bürgermeister des Ortes, Francois Fillon, über seine Lage zu sprechen. „Er wollte uns nichts tun“, sagte ein Schüler dazu. „Er wollte einfach nur gehört werden.“

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