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EZB-Zinssenkung verpufft an den Finanzmärkten

EZB stemmte sich mit historischem Minizins gegen Krise - Euro fällt auf Ein-Monats-Tief unter 1,24 Dollar
EZB stemmte sich mit historischem Minizins gegen Krise - Euro fällt auf Ein-Monats-Tief unter 1,24 Dollar ©AP
Die historische Zinssenkung der Europäische Zentralbank (EZB) hat die Finanzmärkte am Donnerstag nicht überzeugen können.
EZB mit historischem Minizins

Die Aktienbörsen gaben ihre Gewinne ab, der Euro rutschte um eineinhalb US-Cent unter die Marke von 1,24 Dollar. “Rein ökonomisch dürfte der Effekt der Zinssenkung gering sein”, sagte Volkswirt Thomas Amend von HSBC Trinkaus. Die Kappung des Leitzinses auf ein Rekordtief von 0,75 Prozent sei wohl eher psychologischer Natur, da die Zinsen schon vorher extrem niedrig gewesen seien.

“Viele haben erkannt, dass es für die Wirtschaft schwerer wird”

Metzler-Analyst Eugen Keller machte für die Kursrückgänge an den Märkten vor allem die pessimistischen Töne von EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressenkonferenz verantwortlich. “Viele haben erkannt, dass es für die Wirtschaft kurzfristig schwerer wird. Bis zur EZB-Sitzung hatten die Anleger gehofft, dass die Notenbank noch mehr gegen die Schuldenkrise unternimmt, aber jetzt ist man mit den Problemen alleingelassen worden.” Einige Börsianer hatten neue Liquiditätsspritzen – oder wenigsten deren Ankündigung – gefordert. Andere hofften auf eine Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms. Draghi deutete indes weder die eine noch die andere Maßnahme an. Überrascht zeigten sich viele Analysten von der Entscheidung der EZB, den Einlagezins auf null zu senken. Einige Experten bezweifelten, dass damit der dahinsiechende Interbankenhandel wieder in Gang kommt.Mit der Zinssenkung schloss sich die EZB den Notenbanken von Großbritannien und China an, die ihrerseits kurz zuvor eine Lockerung der Geldpolitik bekanntgegeben hatten. China hatte überraschend den Einlagezins um 25 Basispunkte auf drei Prozent gesenkt und den Zins für Ausleihen um 31 Basispunkte auf sechs Prozent gekappt. Zugleich beschloss Großbritannien, zum dritten Mal seit Krisenbeginn die Notenpresse anzuwerfen und ein Anleihe-Rückkaufprogramm über 50 Milliarden Pfund zu starten.

Börsen rutschen ab

Der Dax schloss nach einem wechselvollen Handel 0,5 Prozent niedriger bei 6535,56 Punkten. Der EuroStoxx50 beendete den Tag mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 2286 Zählern. In Madrid und Mailand ging es mit drei und zwei Prozent noch deutlicher bergab. Auch die europäischen Bankaktien konnten von dem Zinsentscheid nicht profitieren – der Stoxx-Branchenindex schloss 1,2 Prozent tiefer. Im Dax verloren Commerzbank und Deutsche Bank 2,4 und 1,6 Prozent. An den US-Börsen hielten sich die Anleger ebenfalls zurück, obwohl der Arbeitsmarktbericht des privaten Anbieters ADP überraschend gut ausgefallen war.

Am Devisenmarkt gab der Euro auf 1,2374 Dollar nach – am Vorabend in New York hatte er noch bei 1,2525 Dollar gelegen. Der Bund-Future stieg um 83 Ticks auf 143,15 Zähler. Die Renditen für spanische und italienische Anleihen zogen nach einigen Tagen der Entspannung wieder an.

Goldpreis fiel um mehr als ein Prozent

Der Goldpreis fiel zeitweise um mehr als ein Prozent und notierte später noch 0,5 Prozent im Minus bei 1607 Dollar pro Feinunze. Am Terminmarkt für Rohöl kletterte der Preis für die Nordsee-Sorte Brent um 1,4 Prozent auf 101,16 Dollar pro Barrel. Dort wurden die Kurse allerdings vor allem vom Arbeitskampf in der norwegischen Ölindustrie und den überraschend starken Rückgang der US-Öllagerbestände bestimmt.

Bei den Einzelaktien war in Frankfurt der überraschend zügige Zusammenschluss von VW und Porsche Gesprächsthema Nummer eins. Die beiden Autobauer wollen dank eines Steuer-Schlupflochs schon zum 1. August ihre Allianz besiegeln. Vor allem die VW-Aktionäre freuten sich, der Kurs der im Dax notierten Vorzugsaktie raste mit einem Plus von bis zu 7,9 Prozent allen davon. Die Titel schlossen 5,1 Prozent fester bei 134,50 Euro. Die in keinem großen Index notierten Aktien von Porsche mussten dagegen nach anfänglichen Kursgewinnen Federn lassen und gingen mit einem Abschlag von 1,2 Prozent bei 41,46 Euro aus dem Handel.

(APA)

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