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EZB zieht 442 Milliarden vom Markt

Finanzbranche verunsichert
Finanzbranche verunsichert ©APA (epa)
Die Europäische Zentralbank zieht am Donnerstag einen beispiellosen dreistelligen Milliardenbetrag vom Markt ab - bemüht sich aber, die Finanzbranche zu beruhigen. Bei dem Einjahresgeschäft hatten sich im Juni 2009 mehr als 1.100 Institute den Rekordwert von 442 Mrd. Euro bei der EZB ausgeliehen. Nun wird die Summe fällig. Damit wird der Finanzbranche Liquidität in gigantischem Umfang entzogen.

Damit die Kreditversorgung nicht zum Erliegen kommt, leiht die EZB den Instituten weiterhin zum Zins von 1,0 Prozent Geld – allerdings nur noch mit maximal drei Monaten Laufzeit. Längere Fristen schließt die Notenbank derzeit aus, um flexibel zu bleiben und den Markt nicht zu verzerren.

Die kürzere Laufzeit könnte den Druck auf die Banken allerdings erhöhen, andere Liquiditätsquellen zu suchen. Damit gilt die Nachfrage nach dem neuen Drei-Monats-Geschäft als Gradmesser für die Gesundheit der Finanzbranche im Euroraum. “Die Banken, die an dieser Tenderoperation teilnehmen, würden preisgeben, dass ihnen der Marktzugang sehr schwer fällt”, erklärte UniCredit-Experte Cazzulani. Denn die Refinanzierung sei derzeit über die EZB teurer als am Markt.

Die “Financial Times” berichtete am Dienstag, dass insbesondere spanische Banken von der Notenbank die Neuauflage eines Einjahresgeschäfts verlangten, um neue Liquiditätsprobleme zu vermeiden. Das Blatt zitiert einen spanischen Bankenmanager, der die Position der EZB als “absurd” bezeichnet: “Jede Zentralbank muss Liquidität zur Verfügung stellen. Aber das ist nicht die Politik der EZB.” Spaniens Banken haben es derzeit besonders schwer, sich am Markt zu refinanzieren. Insbesondere die spanischen Sparkassen leiden unter dem zusammengebrochenen Immobilienmarkt.

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