Experte rechnet fest mit Militärschlag - und nennt die wahren Gründe

Josef Braml: Eigentliches Ziel der Iran.
Josef Braml: Eigentliches Ziel der Iran. ©AP
"Ich wäre überrascht, wenn es zu keinem Militärschlag käme", so der Experte. Der Militärschlag richte sich aber eigentlich nicht gegen Assad oder Russland - der wahre Grund sei ein anderer.

Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien rechnet der USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Josef Braml, fest mit einem Militärschlag von US-Präsident Donald Trump. “Ich wäre überrascht, wenn es zu keinem Militärschlag käme”, sagte er am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

“Aus Sicht der Iraner würde ich das sehr ernst nehmen”

Trump gehe es dabei aber nicht um Russland, sondern um den Iran und die vom Iran unterstützten Kämpfer in Syrien: “Aus Sicht der Iraner würde ich das sehr ernst nehmen.” Gegen Russland seien Trumps militärische Optionen begrenzt. “Eine militärische Konfrontation zwischen den USA und Russland ist sicher nicht gewollt von Trump”, sagte Braml. “Der Iran soll getroffen werden.”

Experte rechnet mit Aus für Atomabkommen

Teheran ist der vielleicht treueste Unterstützer der Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Braml sagte, er rechne damit, dass Trump im Mai auch das Atomabkommen mit dem Iran aufkündige. Je mehr Trump innenpolitisch unter Druck gerate, desto höher sei die Kriegsgefahr.

Wird Deutschland in Krieg hineingezogen?

Braml schließt nicht aus, dass auch Deutschland in den aktuellen Konflikt hineingezogen wird. Israel habe den Iran in Syrien mit Luftschlägen bereits empfindlich getroffen. Bei derart gefährlichen Situationen müsse man sich auf alle möglichen Szenarien einstellen: “Stellen sie sich vor, dass der Iran auf Israel losschlägt – ich glaube, dann wären wir mit dabei.”

Im Süden Syriens liefern sich Israel und der Iran einen Kampf um die Lufthoheit. Israel hat bereits mehrfach Ziele im benachbarten Bürgerkriegsland bombardiert. Die Angriffe richten sich nach Meinung von Beobachtern vor allem gegen die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah, einen engen Verbündeten der syrischen Armee. Die bewaffnete Gruppe wird vom schiitischen Iran finanziert und gilt als dessen verlängerter Arm.

(APA)

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