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Experimente mit chemischen Waffen

Das islamistische Terrornetzwerk El Kaida hat offenbar in Afghanistan mit chemischen Waffen experimentiert. Video über Trainingsmethoden und Giftgasversuche.

Der US-Nachrichtensender CNN hat nach eigenen Angaben eine Reihe von Videos erhalten, die Einblick in die Ausbildung von Kämpfern der Organisation von Osama bin Laden geben. Die Bänder zeigen Trainingsmethoden, Giftgasexperimente und die Anfertigung von Bomben. Das erste der mehr als 250 Videobänder wurde am Sonntag ausgestrahlt. Laut CNN waren sie einem Korrespondenten des Senders zugespielt worden.

„Natürlich sind wir immer darauf bedacht, keine Propaganda zu übertragen“, sagte eine CNN-Sprecherin. „Das hat aber eindeutig Nachrichtenwert“. Zuvor hätten Experten die größtenteils vor den Anschlägen des 11. September 2001 aufgenommenen Bänder als authentisch bezeichnet. Journalisten der „New York Times“, die im voraus Teile des Sendematerials sehen konnten, erklärten, die Gefährlichkeit der El Kaida werde unter Umständen vom Westen unterschätzt. Die Videos werden nicht vollständig übertragen. Sie enthalten stellenweise grausame Sequenzen wie die Vergiftung eines Hundes. Auf einigen Bändern sind auch Interviews von Bin Laden zu sehen. Der Terrorexperte Rohan Gunaratna erklärte, die Aufnahmen seien nur für die führenden Mitglieder von l Kaida bestimmt gewesen.

Rund tausend Taliban- und El Kaida-Kämpfer sind möglicherweise im vergangenen November bei Gefangenentransporten erstickt. Das US-Nachrichtenmagazin „Newsweek“ berichtet, die Opfer gehörten zu den Tausenden von Taliban- und El-Kaida-Kämpfern, die nach ihrer Kapitulation in der nordafghanischen Provinz Kundus in völlig überfüllten Lastwagen in ein Gefängnis von Sheberghan gebracht wurden. Nach ihrem qualvollen Erstickunsgtod seien sie in Massengräbern beerdigt worden. „Newsweek“ bezieht sich neben eigenen Recherchen auf einen internen Bericht der Vereinten Nationen sowie auf Untersuchungen des Roten Kreuzes. Der für Kommunikation zuständige Berater im Weißen Haus, Dan Bartlett, betonte gegenüber dem TV-Sender ABC, die US-Soldaten hätten alle Gefangenen während der Afghanistan-Offensive „menschlich und mit Respekt“ behandelt. Er kündigte eine rasche Untersuchung der Vorfälle an, warnte aber vor vorschnellen Urteilen.

Die Afghanen haben am Montag den 83. Jahrestag der völkerrechtlichen Anerkennung ihrer staatlichen Unabhängigkeit durch Großbritannien nach dem Ersten Weltkrieg gefeiert. Die Briten hatten insgesamt drei erfolglose Kriege gegen Afghanistan geführt. Erstmals seit über 30 Jahren nahm auch Ex-König Mohammed Zahir an den Feierlichkeiten teil, der 1973 während einer Auslandsreise entthront wurde und im April aus seinem römischen Exil heimgekehrt war. Eine begeisterte Menge jubelte ihm und Präsident Hamid Karsai zu, die zur offiziellen Zeremonie im Stadion von Kabul erschienen waren.

Bei einem Aufklärungseinsatz im Süden Afghanistans sind zwei Soldaten einer US-Spezialeinheit verletzt worden. Wie ein Armeesprecher am Montag berichtete, erlitten die beiden am Sonntag Schusswunden. Sie wurden zunächst auf dem amerikanischen Militärstützpunkt Bagram behandelt und danach zur weiteren Behandlung nach Deutschland geflogen. Es war vorerst nicht bekannt, wer auf die beiden geschossen hatte. Während des Einsatzes hatten die Soldaten vier Männer zu Befragungen festgenommen.

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