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Exorbitanter Anstieg verschuldeter Haushalte zu erwarten

Exorbitanter Anstieg verschuldeter Haushalte zu erwarten.
Exorbitanter Anstieg verschuldeter Haushalte zu erwarten. ©dpa/Symbolbild
"Die hohe Arbeitslosenquote, die uns nach Einschätzung des AMS über 2021 hinaus erhalten bleiben wird, lässt einen exorbitanten Anstieg der verschuldeten Haushalte erwarten", warnt der Alpenländischer Kreditorenverband (AKV Europa).

Der Rückgang um ein Viertel der eröffneten Privatkonkursen in den ersten drei Quartalen 2019 auf 5.406 eröffnete Verfahren im heurigen Jahr sei ausschließlich auf die wochenlange Schließung von Gerichten und Beratungsstellen zurückzuführen.

Rekordzahlen bereits 2018 und 2019

Es sei daher damit zu rechnen, dass die Rekordzahlen der eröffneten Privatinsolvenzen der Jahre 2018 und 2019 von annähernd 10.000 eröffneten Privatinsolvenzen pro Jahr ab dem Jahr 2021 wieder erreicht werden. Die Durchschnittsverschuldung pro Privatkonkurs liege bei knapp 160.000 Euro.

Düstere Vorboten

Zu den erwarteten Firmeninsolvenzen meint der AKV: Als düstere Vorboten einer zukünftigen Entwicklung seien der exorbitante Anstieg der Gesamtpassiva und die Anzahl der gefährdeten Arbeitsplätze zu sehen. Trotz rückläufiger Insolvenzzahlen seien die Gesamtpassiva auf 4,45 Mrd. Euro "explodiert", der zweithöchste Wert in der Nachkriegszeit nach dem Rekordpleitenjahr 2013.

Mit Auslaufen der staatlichen Hilfspakete werden mit geringer Zeitverzögerung ab 2021 die Firmeninsolvenzen wieder steigen - nach Einschätzung des AKV um bis zu 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. "Die durch pauschale und unkontrollierte Stundungen bedingten Insolvenzverschleppungen werden auch der Realwirtschaft höhere Forderungsausfälle bescheren", betont der Kreditorenverband.

Firmeninsolvenzen seit März halbiert

Durch staatliche Gegenmaßnahmen wie Stundungen, keine Insolvenzantragsstellungen seitens der öffentlichen Hand, Corona-Kurzarbeit und einiges mehr konnte seit März 2020 die Anzahl der eröffneten Firmeninsolvenzen mehr als halbiert werden, teilte AKV Europa in einer Aussendung mit.

Zum Ausblick hieß es: "Sachlich nicht gerechtfertigte zeitliche Verschleppungen werden nicht nur der Realwirtschaft in weiterer Folge viel höhere Forderungsausfälle bescheren, sondern auch der Anteil der uneinbringlichen Abgaben wird zunehmend steigen und den Staatshaushalt massiv beeinträchtigen."

Großinsolvenzen: Kaum Zusammenhang mit Corona

Die bisher in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres eröffneten Großinsolvenzen (u.a. Commerzialbank, Meinl Bank, Vapiano, Kremsmüller, Odebrecht, ATB Spielberg) stünden in keinem oder nur untergeordnetem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

(APA)

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