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Ex-Neonazi und Rocker-Chef Philip Schlaffer im Talk

Ex-Neonazi Philip Schlaffer kämpft gegen Extremismus.
Ex-Neonazi Philip Schlaffer kämpft gegen Extremismus. ©Philip Schlaffer
Noch vor zehn Jahren zählte Philip Schlaffer zu den führenden Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern. Gewaltdelikte, Raub oder Prostitution standen an der Tagesordnung des mittlerweile 42-Jährigen. Morgen gastiert der inzwischen als Sozialarbeiter und Deradikalisierungs-Trainer tätige Autor via Zoom in Vorarlberg im Rahmen der Villa K. Empowerment-Tage mit Jugendlichen. Im VOL.AT-Interview spricht der Spiegel-Bestseller-Autor über seine bewegte Vergangenheit, Hass im Netz, "Jana aus Kassel", Querdenker und die AFD.
Ex-Neonazi kämpft gegen Extremismus
NEU

Im ersten Moment begrüßt VOL.AT einen jungen, sympathischen Mann, der in gepflegtem, norddeutschen Akzent über seine Vergangenheit spricht. Die hat es aber in sich. In seiner Biografie "Hass. Macht. Gewalt.: Ein Ex-Nazi und Rotlicht-Rocker packt aus" nimmt sich der gebürtige Lübecker kein Blatt vor den Mund und schildert seine kriminelle Laufbahn. Aufgewachsen im britischen Newcastle fand der junge Mann nach seiner Rückkehr in die Bundesrepublik Halt in der rechten Szene. Schnell machte er sich einen Namen und verdiente über den Verkauf von einschlägiger Bekleidung und Musik viel Geld. Es folgten Gewaltverbrechen, Prostitution, Drogenhandel und die Gründung eines gefürchteten Rocker-Clubs, der mittlerweile verbotenen Outlaws Schwarze Schar MC.

Radikaler Wandel

Nachdem Schlaffer selbst Opfer eines Überfalls in den eigenen vier Wänden wurde, es waren übrigens Geschäftspartner aus der rechtsradikalen Szene, dämmerte es dem mehrfach Vorbestraften langsam. Als dann einer seiner "Kameraden" im Zuge einer durchzechten Nacht nach einem handfesten Streit kaltblütig von Seinesgleichen erstochen wurde, fand der heute als Sozialarbeiter Tätige zurück in die Spur. Nach mehrjährigen Gefängnisaufenthalten ließ sich der Ex-Neonazi und Rocker zum Anti-Gewalt-Trainer ausbilden und kämpft mit seinem Verein "extremislos" gegen Radikalisierung in jeglicher Form. Im Zuge seiner neuen Profession gastiert er morgen von 19 bis 21 Uhr via Zoom bei einer von der OJA Bludenz organisierten Diskussionsrunde. Anmeldung über marco@villak.at oder über Whatsapp unter der Nummer 0676 5645288.

"Jana aus Kassel" und die Querdenker: "Da laufen zwei Kabel zusammen, die so nicht zusammen gehören"

Gerade die "Querdenker"-Bewegung findet fruchtbaren Boden für Extremisten, besonders Reichsbürger oder die rechtsradikale Szene versuchen, ihre Ideologien in Einklang mit der "Anti-Corona-Maßnahmen-Bewegung" zu bringen. Traurige Berühmtheit erlangte kürzlich #janaauskassel. Auf einer Veranstaltung verglich sie ihren Kampf gegen ein System, das unter dem Deckmantel der Pandemie die Freiheit der Bürger einschränke, mit der Widerstandsbewegung "Weiße Rose" rund um Sophie Scholl. Hierfür findet Philipp Schlaffer klare Worte, wie in folgendem Ausschnitt aus dem VOL.AT-Talk deutlich wird.

(VOL.AT)

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