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EVP-Vorsitzender Ziel von Briefbomben-Anschlag

Am Montag explodierte im Brüsseler Büro des deutschen Europa-Abgeordneten Hans-Gert Pöttering (CDU) ein Sprengsatz, als eine Mitarbeiterin einen anonym abgeschickten Umschlag öffnete.

Die Serie von Briefbombenanschlägen gegen Vertreter und Institutionen der EU reißt nicht ab. Nach Angaben einer Sprecherin war der Brief an Pöttering adressiert, der Vorsitzender der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) ist. Der Brief sei beim Öffnen explodiert, habe Feuer gefangen und sei verbrannt, hieß es. Verletzt wurde dabei niemand.

Am gleichen Tag stellten die Sicherheitsdienste des Parlaments nach Auskunft eines Sprechers einen zweiten „verdächtigen Brief“ sicher. Der braune Umschlag war an den spanischen Christdemokraten José Ignacio Salafranca Sanchez-Neyra adressiert. Beide Schreiben seien am 22. Dezember in der italienischen Stadt Bologna aufgegeben worden. Eine dritte verdächtige Sendung habe sich als Fehlalarm herausgestellt.

Parlamentssprecher Jaume Duch sagte, die Pakete vom Montag hätten etwa die Größe einer Videokassette gehabt. Ihr feuergefährlicher Inhalt sei trotz Kontrollen der eingehenden Post mit Röntgengeräten nicht entdeckt worden. Der vor dem Öffnen sichergestellte zweite Umschlag sei der belgischen Polizei zur Entschärfung übergeben worden.

An österreichische Europa-Abgeordnete ging keine Briefbombe, wie Sprecher der Fraktionen von EVP und Sozialdemokraten auf APA-Anfrage erklärten. Viele heimische Europa-Parlamentarier seien am Montag noch nicht in ihre Büro in Brüssel zurückgekehrt, hieß es.

Von Bologna aus waren bereits in der letzten Dezember-Woche vier Briefbomben an verschiedene Vertreter der EU gesandt worden. Den Angaben zufolge wurde die belgische Justiz eingeschaltet. Ein Sprecher von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi versicherte erneut, die EU habe ausreichende Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Nach den Anschlagsversuchen sei alles Notwendige veranlasst worden, betonte Reijo Kemppinen.

Ähnliche Sprengsätze waren Ende Dezember bereits an Kommissionspräsident Prodi, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sowie an die europäische Polizei Europol und die EU-Ermittlungsbehörde Eurojust in Den Haag gerichtet worden. Diese Sendungen waren alle in Bologna aufgegeben worden. In drei von ihnen wurde nach Presseberichten das Traktat einer italienischen Anarchistenvereinigung gefunden, in dem von einer „Operation Weihnachtsmann“ die Rede war. Bisher bekannte sich niemand zu den versuchten Anschlägen.

Die italienische Justiz hatte daraufhin eine Einschränkung des Postverkehrs in der Region Bologna angekündigt. Der zuständige Staatsanwalt, Enrico Di Nicola, hatte bereits vor einigen Tagen die Befürchtung geäußert, dass auch das Europaparlament Ziel von Brief- oder Paketbomben werden könnte.

Am Montag hat in Rom ein Sondergipfel europäischer Ermittler begonnen, die Maßnahmen gegen die jüngste Paketbomben-Offensive in Europa ergreifen wollen. Der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu traf mit Funktionären der Europol und mit den Staatsanwälten von Bologna zusammen, die wegen der vor zehn Tagen explodierten Briefbombe Prodi ermitteln. An dem Treffen nahmen Anti-Terror- Experten aus Frankreich, Spanien und Griechenland teil, berichteten italienische Medien.

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