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Europa rüstet sich gegen Vogelgrippe

Nach immer neuen Vogelgrippe-Fällen rüstet Europa im Kampf gegen die Geflügelseuche auf. Mehrere Regierungen ordnen Stallpflicht an. Verdachtsfälle auch in Dänemark.

Nach den ersten Vogelgrippe-Fällen im Herzen Europas rüsten die Regierungen im Kampf gegen die Geflügelseuche auf. Die EU-Kommission bewilligte am Mittwoch mehr als 1,9 Millionen Euro zusätzliche Unterstützung für nationale Kontrollprogramme. Die EU-Landwirtschaftsexperten sprachen sich in Brüssel zudem für strengere Importverbote aus. Zahlreiche europäische Regierungen wiesen Landwirte an, ihr Geflügel nicht mehr im Freien zu halten.

Bei den von der EU unterstützten nationalen Programmen sollen nach Angaben von EU-Sprecher Philip Tod rund 60.000 Wildvögel und 300.000 Haus- und Nutztiere getestet werden. Die Programme sollten zunächst vom 1. Februar bis Ende des Jahres laufen.

„Wir müssen dafür sorgen, dass die Vogelgrippe nicht zur Epidemie in Europa wird“, mahnte Gudjon Magnusson von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch bei einem Besuch in der Ukraine. Er wies darauf hin, dass bereits in fünf Ländern im Osten Europas zahlreiche Fälle von Vogelgrippe bei Geflügel aufgetreten seien.

Nach dem Fund von infizierten Schwänen in Österreich und Deutschland meldete am Mittwoch auch Dänemark, dass mindestens neun tote Schwäne auf seinen Ostseeinseln entdeckt worden seien. Es werde untersucht, ob diese Tiere ebenfalls der Vogelgrippe zum Opfer gefallen seien. Fünf Schwäne wurden auf Falster entdeckt, 50 Kilometer nordwestlich von Rügen, vier weitere auf Bornholm.

Dänemark forderte alle Bauern auf, ihr Geflügel in die Ställe zu holen, um Kontakt mit möglicherweise infizierten Wildvögeln zu verhindern. Auch Schweden ordnete am Mittwoch Stallpflicht an, ebenso verbot Norwegen die Freilandhaltung im Süden des Landes. Auch die Schweiz verhängte ab kommenden Montag eine landesweite Stallpflicht für Geflügel, Frankreich ordnete ebenfalls eine landesweite Stallpflicht an. In Fällen, wo dies nicht möglich sei, müssten die Tiere zumindest geimpft werden, erklärte Landwirtschaftsminister Dominique Bussereau.

Auch Rumänien hat am Mittwoch weitere Vogelgrippe-Verdachtsfälle bei Geflügel gemeldet. Wie der rumänische Chefveterinär Ion Agafitei der Nachrichtenagentur Reuters sagte, hätten erste Tests zu einem Verdacht auf die Virus-Obergruppe H5 geführt. Die Proben müssten nun von einem Labor in Bukarest weiter untersucht werden. Sollten die Experten den H5-Verdacht bestätigen, werden die Proben nach Großbritannien geschickt, wo sie auch auf den für Menschen gefährlichen Erregertyp H5N1 geprüft werden können.

Die jüngsten Verdachtsfälle liegen nur wenige Kilometer von der bulgarischen Grenze entfernt. Erst am Dienstag hatte Rumänien neue Verdachtsfälle gemeldet. Seit dem Ausbruch der Vogelgrippe im Oktober wurde der H5-Erreger in mehr als 30 Dörfern im ganzen Land entdeckt. Menschen steckten sich jedoch nicht an. Im benachbarten Bulgarien wurde am Wochenende erstmals der gefährliche Virustyp H5N1 aus Asien entdeckt. Am Dienstagabend wurden zudem die ersten Fälle von H5N1 in Österreich und Deutschland bekannt. Das EU-Labor in Großbritannien prüft diese ersten Testergebnisse derzeit.

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