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Euro fällt auf tiefsten Stand seit 18 Monaten

Die Verunsicherung über die langfristigen Folgen der europäischen Schuldenkrise hat den Euro am Freitag unter die psychologisch wichtige Marke von 1,25 Dollar gedrückt.
Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise bis auf 1,2433 Dollar und war damit so billig wie seit November 2008 nicht mehr. Viele Investoren befürchteten, dass die rigiden Einsparungen einiger Staaten den wackligen Aufschwung innerhalb der Währungsunion abwürgen könnten, sagten Börsianer. Außerdem drückte die Stimmung, dass Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann öffentlich an der Fähigkeit Griechenlands zweifelte, die Schulden jemals zurückzahlen zu können.

Der Chef des größten deutschen Bankhauses hatte am Vorabend in einer TV-Sendung mit Blick auf die Rückzahlung der griechischen Schulden gesagt: “Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln.” Dazu bedürfe es unglaublicher Anstrengungen. Dies wirke sich direkt auf die Gemeinschaftswährung aus, betonte ein Börsianer. “Denn die Euro-Zone ist nichts anderes als die Summe ihrer Volkswirtschaften und Griechenland gehört dazu.”

“Die Verschärfung des Sparkurses bedeutet geringeres Wachstum”, betonte Devisenstratege Marcus Hettinger von der Credit Suisse. Damit würden die europäischen Leitzinsen voraussichtlich länger auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben als bislang gedacht. In Schwächephasen versuchen Zentralbanken, die Wirtschaft mit Hilfe billiger Kredite wieder anzukurbeln. Nach Einschätzung von UBS-Volkswirt Stephane Deo hinkt die europäische Konjunktur der amerikanischen hinterher. “Die US-Notenbank Fed wird höchstwahrscheinlich schon im Sommer den Weg für erste Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf freimachen.” Ein ähnlicher Schritt der Europäischen Zentralbank (EZB) sei derzeit nicht absehbar.

Ein weiterer Belastungsfaktor für die Gemeinschaftswährung ist nach Einschätzung der Commerzbank-Devisenexperten der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB. Denn damit droht die Gefahr eine Liquiditätsblase – für viele Marktexperten einer der Auslöser der Finanzkrise. Die Notenbank habe zwar versprochen, die durch diese Geschäfte neu geschaffene Liquidität an anderer Stelle wieder abzuschöpfen. “Doch ein schlechter Nachgeschmack bleibt”, warnen die Analysten. Zum einen wirkten die Käufe kursverzerrend. “Zum anderen stellt sich die Frage, wie denn die Exit-Strategie der EZB aussähe, wenn die fiskalische Konsolidierung der Problemländer nicht wie geplant vorankäme.” Würde sie deren Anleihen wieder verkaufen oder diese Staaten dauerhaft alimentieren? “Die EZB begibt sich in die Gefahr potenzieller Konflikte und schadet damit dem Euro.”

Die Gemeinschaftswährung hatte zu Wochenbeginn zunächst mit einem deutlichen Anstieg auf den 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm für strauchelnde EU-Staaten reagiert. Sie verteuerte sich am Montag auf knapp 1,31 Dollar, nachdem sie aufgrund der Zuspitzung der Schuldenkrise wenige Tage zuvor auf bis zu 1,2520 Dollar abgesackt war. Die Euphorie verpuffte allerdings bereits am Montagnachmittag. Seitdem kennt der Euro nur noch eine Richtung: Abwärts.

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