EU sucht Wege aus der Jugend-Radikalisierung

Österreich ist durch Familienministerin Sophie Karmasin vertreten
Österreich ist durch Familienministerin Sophie Karmasin vertreten
Die Bildungs- und Jugendminister in Europa beraten am Montag in Brüssel darüber, wie Extremismus bei Jugendlichen verhindert werden kann. Aus Österreich nimmt Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) teil. Karmasin bezeichnete die teils heftigen Reaktionen auf Plattformen wie Facebook nach der Bundespräsidenten-Wahl am Montag in Brüssel als "erschreckend" und "verabscheuungswürdig".


“Ich finde das erschreckend, dass wir hier Gewaltaussagen in den Social Media sehen, sehr oft auch im Zusammenhang mit Frauen”, erklärte Karmasin. Sie könne “nur hoffen, dass das jetzt eine temporäre Aufregung ist, die wieder in den Normalbetrieb übergehen wird, wenn die Regierung gesettelt ist und wenn der Bundespräsident sein Amt aufnimmt”, sagte Karmasin am Montag in Brüssel nach einem Jugend- und Bildungsrat, der sich dem Thema Radikalisierung und Extremismus von Jugendlichen widmete. Grundsätzlich finde sie solche Reaktionen und Äußerungen “verabscheuungswürdig”, so die Ministerin.

Die EU-Jugend- und Bildungsminister beschlossen am Montag einen Katalog von Best-Practice-Beispielen zur Prävention von Radikalisierung unter Jugendlichen. Österreich stellte die im Familienministerium angesiedelte “Beratungsstelle Extremismus” vor, an die sich etwa Eltern, Lehrer oder Angehörige und Bezugspersonen wenden können, wenn sie das Gefühl haben, ein Jugendlicher könnte sich einer radikalen religiösen Gruppierung oder einer politisch extremen Gruppe angeschlossen haben oder mit rechtsextremem oder radikal islamistischem Gedankengut sympathisieren.

Seit 2014 verzeichnete die Beratungsstelle laut Karmasin rund 1.200 Kontakte. Dabei konnten auch einige von ihren Handlungsabsichten abgebracht werden, erzählte die Familienministerin. “Junge Menschen, die ausreisen wollten und sich dem IS (‘Islamischen Staat’) anschließen wollten.” Oder solche, die zum Islam konvertieren wollten und sich dabei völlig von ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld abschotteten.

Karmasin wünscht sich künftig eine engere Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium. Die Beratungsstelle arbeitet mit einem jährlichen Budget von 400.000 Euro. Damit komme man im Moment gut aus, meinte die Ministerin. Jedoch entstünden an den Schulen immer mehr Kosten, da der Bedarf und das Interesse seit der Flüchtlingskrise gestiegen seien. “Das werden wir nicht alleine im Familienministerium schultern können. Ich bin aber für eine Kooperation und einen Austausch mit dem Bildungsministerium offen”, so Karmasin, die sich in Kürze zum “ersten, intensiven Arbeitsgespräch” mit der neuen Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) treffen wird.

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