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EU-Strafenkatalog: Bei Alkohol am Steuer droht je nach Urlaubsland Zwangsversteigerung und Gefängnis

Alkohol am Steuer ist an sich schon eine schlechte Idee - im Ausland fallen die Strafen aber noch wesentlich drastischer aus als bei uns.
Alkohol am Steuer ist an sich schon eine schlechte Idee - im Ausland fallen die Strafen aber noch wesentlich drastischer aus als bei uns. ©APA (Themenbild)
In manchen Ländern fallen die Strafen für bestimmte Verstöße deutlich höher aus als in Österreich. "Besonders hoch sind in ganz Europa die Strafen für Fahren unter Alkoholeinfluss", sagt ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. Der Rahmen reicht von hohen Geldstrafen bis hin zu Haft und Zwangsversteigerung des Pkws.
Strafenkatalog für Europa

In Italien kann bei einer Alkoholfahrt mit mehr als 1,5 Promille das Fahrzeug beschlagnahmt, enteignet und zwangsversteigert werden – sofern Fahrer und Eigentümer identisch sind. Ein Gefängnisaufenthalt von wenigstens drei Monaten droht in Spanien bei einem Promillegehalt von 1,2. Während in Schweden bereits ab 1,0 Promille eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Monat verhängt werden kann, wird es in Malta ebenfalls richtig teuer: Wird die Promillegrenze von 0,8 überschritten, werden mindestens 1.200 Euro Strafe fällig.

Strafen in einigen EU-Ländern im Überblick:

  • Italien: Das beliebteste Urlaubsreiseziel der Österreicher überrascht Autoreisende mit ausgefallenen Verkehrsstrafen. “Von 22 bis 7 Uhr kosten u.a. Geschwindigkeitsübertretungen und das Übersehen einer roten Ampel um ein Drittel mehr als tagsüber. Mit dieser Maßnahme soll dem hohen Anteil nächtlicher Unfälle entgegengewirkt werden”, erklärt die ÖAMTC-Reiseexpertin. Aber auch tagsüber kann Raserei teuer werden. Bereits bei geringen Geschwindigkeitsübertretungen drohen mindestens 170 Euro. 155 Euro werden fällig, wenn man am Steuer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert.
  • Spanien: Die Strafe für Falschparken kann bis zu 200 Euro betragen. Mindestens 600 Euro sind bei schweren Vergehen – etwa bei Übertreten der zulässigen Geschwindigkeit um 50 km/h – zu bezahlen. Das Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung ist in Spanien mit Strafen ab 200 Euro einer der strengsten Strafsätze in Europa für dieses Vergehen.
  • Skandinavien: Unangefochtene Spitzenreiter in Sachen “hohe Strafen” sind nach wie vor die skandinavischen Länder. “Dänemark hat die Strafsätze deutlich angehoben und es werden zum Teil gehaltsbezogene Strafen verhängt – wer mehr verdient, bezahlt mehr”, sagt die ÖAMTC-Touristikexpertin. Alkohol am Steuer kann in Dänemark einen ganzen Nettomonatsverdienst kosten. Das Nichtanschnallen ist mit 200 Euro ebenfalls ein teures Unterfangen. In Norwegen gelten für viele Verstöße europaweit die höchsten Strafen. “Wer mit mehr als 20 km/h zu schnell unterwegs ist, zahlt mindestens 480 Euro Strafe. Eine Übertretung um 50 km/h kostet 1.500 Euro aufwärts. Vorsicht: Auf norwegischen Autobahnen gilt Tempo 90 bis 100”, warnt Bergant.
  • Schweiz: Mit Jahresbeginn ist das Verkehrssicherheitsprogramm “Via sicura” in Kraft getreten, das einige wichtige Änderungen im Straßenverkehrsgesetz nach sich zieht. Ziel des Programms ist, die Zahl der Verkehrsopfer um ein Viertel zu verringern. Konkret werden Raser und Alkolenker ins Visier genommen. Es kann nicht nur eine mindestens einjährige Freiheitsstrafe verhängt werden, sondern auch die Beschlagnahmung des Autos angeordnet werden.

Die Strafen kommen auch nach Hause

Wer übrigens glaubt, dass Strafzettel aus dem Ausland ignoriert werden können, irrt. Spätestens bei der Wiedereinreise in das Urlaubsland kann die Strafe eingefordert werden. Außerdem können offene Auslandsstrafen mitunter auch in Österreich zwangsweise eingetrieben werden. Bei Erhalt eines ausländischen Strafzettels sollte man zur Klärung der Zahlungsverpflichtung eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Mitglieder der Automobil-Clubs profitieren hier von der spezialisierten Rechtsabteilung ihres Clubs. Und: In Europa hat jeder das Recht, den Tatvorwurf in einer ihm verständlichen Sprache zu erfahren. Eine globale Datenbank mit länderspezifisichen Verkehrsbestimmungen bietet der ÖAMTC im Netz unter www.oeamtc.at/laenderinfo. (red)

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