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EU: Mehr Verkehrstote im Osten

Die EU-Kommission ortet in den neuen EU-Staaten einen Nachholbedarf in der Verkehrssicherheit. Am problematischsten war die Lage in den baltischen Staaten, in Ungarn, Zypern und Griechenland.

Nach den Statistikdaten, die die EU-Kommission am Mittwoch vorgelegt hat, sind die Opferzahlen im Straßenverkehr in den neuen EU-Ländern zuletzt, gemessen an der Bevölkerungszahl, besonders hoch gewesen.

Am problematischsten war die Lage laut Kommission zuletzt in den baltischen Staaten, in Ungarn, Zypern und Griechenland. Während in den Niederlanden, Schweden und Großbritannien auf eine Million Pkw zuletzt 130 bis 150 Straßentote kamen, waren es in Litauen 600 und in Lettland sogar 800.

Besonders gefährdet sind EU-weit vor allem 18- bis 25-jährige Verkehrsteilnehmer. Vier Fünftel der Opfer in dieser Altersgruppe sind männlich. Bei den Fußgängern sind es dagegen vor allem die Älteren, die stark gefährdet sind. Jedes Jahr kommen laut Statistik im Straßenverkehr 5.400 Fußgänger ums Leben. Mehr als ein Viertel ist über 65 Jahre alt.

Sorge bereitet der Kommission auch die Unfallstatistik unter Motorradfahrern. Die Zahl der tödlich verunglückten Motorrad-Lenker hat sich in den vergangenen Jahren entgegen dem Trend sogar um sechs Prozent erhöht. Bereits 14 Prozent aller Todesopfer im Straßenverkehr waren 2003 Motorradfahrer – Tendenz steigend.

Der Anteil von Lastwagen ist in der Unfallstatistik relativ gering – Unfälle, in die sie verwickelt sind, enden aber besonders häufig tödlich: Generell sind Lastwagen an sechs Prozent aller Unfälle beteiligt, bei tödlichen Unfällen dagegen betrug der Anteil zuletzt 16 Prozent.

In Österreich ist die Zahl der Verkehrstoten laut EU-Erhebungen von 2001 bis 2004 um acht Prozent auf 878 gesunken und nach österreichischen Angaben 2005 erneut gesunken – auf 775 Todesopfer. Am stärksten gesenkt haben die Opferzahlen Frankreich (minus 32 Prozent) und Portugal (minus 23 Prozent). Zurückzuführen war die starke Verbesserung der Verkehrssicherheit in Frankreich vor allem auf rigide Kontrollen und strenges Strafen.

EU-weit sind die Opferzahlen im Zeitraum 2001 bis 2005 von 50.000 auf 41.600 bzw. um acht Prozent zurückgegangen – unzureichend für die EU-Kommission. Würde sich der Trend in dieser Geschwindigkeit fortsetzen, würde die EU 2010 bei 32.500 Toten im Straßenverkehr halten. Angepeilt hat die Kommission aber bis dahin eine Reduktion der Opferzahlen auf 25.000.

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