EU-Kommission erhebt neue Vorwürfe gegen Intel

Im Wettbewerbsverfahren gegen den weltgrößten Chiphersteller Intel hat die EU-Kommission neue Vorwürfe erhoben. Der US-Konzern habe einem führenden europäischen Computerhändler Rabatte angeboten, damit dieser ausschließlich PCs mit Intel-Chips verkaufe, teilten die europäischen Wettbewerbshüter am Donnerstag mit.

Zudem soll Intel einem Computerhersteller Geld bezahlt haben, damit dieser den geplanten Verkaufsstart einer PC-Reihe mit Prozessoren des kleineren Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) verschiebe. Dem selben Hersteller habe Intel auch unzulässige Rabatte angeboten, damit dieser alle seine Laptops mit Intel-Prozessoren ausstatte.

Die Kommission wirft Intel Missbrauch seiner dominanten Marktposition vor. Die Strategie von Intel habe darauf abgezielt, AMD mit illegalen Praktiken aus dem Markt zu drängen, hieß es in der Mitteilung der EU-Exekutive. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Wettbewerbshüter Intel wegen Gesetzesverstößen in die Zange genommen. AMD hatte die Ermittlungen angestoßen, weil sich das Unternehmen benachteiligt fühlte.

Die beiden US-Chiphersteller Intel und AMD teilen sich den Weltmarkt für Prozessoren, die weltweit in rund einer Milliarde PCs stecken. Dabei beläuft sich Intels Anteil auf rund 80 Prozent. Im Rahmen des Verfahrens könnte die Kommission den Marktführer letztlich zu einer Geldstrafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verdonnern. Dies wird von Experten aber als unwahrscheinlich bezeichnet. Sollte die Kommission dem US-Konzern allerdings den Stempel eines unfairen Wettbewerbers aufdrücken, könnte Intels Ruf befleckt werden. Intel hat die Anschuldigungen bereits in der Vergangenheit mehrfach zurückgewiesen.

Intels Anwalt Steve Rodgers sagte der Agentur Reuters, dass ihn die neuen EU-Vorwürfen enttäuscht hätten. Die Anschuldigungen konzentrierten sich lediglich darauf, ob Preisnachlässe legitim seien oder nicht. “Rabatte sind wichtig für den Wettbewerb und gut für Verbraucher”, fügte Rodgers hinzu. Intel habe acht Wochen, um auf die Vorwürfe der europäischen Wettbewerbshüter zu antworten.

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