EU: Flexible Quoten für Textilien aus China
Um 2006 eine ähnliche Situation wie in diesem Jahr zu vermeiden, müsse die EU ihre strikten Importquoten lockern, forderte am Donnerstag in Brüssel der europäische Außenhandelsverband FTA.
Die EU und China nahmen unterdessen in Peking Verhandlungen über eine Revision ihres erst im Juni geschlossenen Textilabkommens auf. Dieses begrenzt das jährliche Wachstum der Importe von zehn Produktgruppen aus China nach Europa auf acht bis zwölf Prozent; Die darin festgelegten Importquoten für 2005 wurden bereits überschritten.
Nach dem Wegfall von Beschränkungen zum 1. Jänner hatte eine Flut chinesischer Billig-Textilien zu Verhandlungen über neue Quoten geführt. War das Abkommen Anfangs noch begrüßt worden, so ist der europäische Einzelhandel mittlerweile erbost darüber. Die Unternehmen haben für das Weihnachtsgeschäft Kleidungsstücke im Wert von mehreren hundert Millionen Euro geordert, können diese aber nicht ausliefern, weil sie von den Zollbehörden nicht freigegeben werden und sich in Warenlagern und Häfen der EU stapeln.
Der FTA fordert eine Zusammenlegung der Einfuhrquoten für die beiden kommenden Jahre. Der Einzelhandel solle darauf zugreifen können, um die zusätzliche Nachfrage in diesem Jahr bedienen zu können. Wir sind sehr besorgt, dass die (EU-)Kommission zu erwägen scheint, die Güter in den Zollämtern freizugeben und diese auf die Quoten für 2006 anzurechnen, teilte der FTA mit, Das würde wohl zu einer Wiederholung des aktuellen Problems im kommenden Jahr führen, da viele EU-Einzelhändler bereits Aufträge für 2006 vergeben haben.