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EU-Abgeordnete: Minderwertige Lebensmittel für Osteuropäer

Nur weil dasselbe drauf steht, ist bei Markenartikeln nicht dasselbe drin.
Nur weil dasselbe drauf steht, ist bei Markenartikeln nicht dasselbe drin. ©AP
Im Lebensmittelbereich funktioniert der EU-Binnenmarkt offenbar nicht besonders gut. Während die Österreicher für Produkte besonders tief in die Tasche greifen müssen, bekommen osteuropäische Verbraucher minderwertige Ware vorgesetzt. Das behauptet zumindest die tschechische EU-Abgeordnete Olga Sehnalova, die 24 Markenprodukte in Deutschland und Tschechien vergleichen ließ.

14 der 24 Produkte seien in Tschechien teurer gewesen als im reicheren Nachbarland. In acht Fällen habe sich die Zusammensetzung der Produkte unterschieden. So enthielten die tschechischen Fischstäbchen um sieben Prozent weniger Fisch als die deutschen, im Eistee war um 40 Prozent weniger Teeextrakt, und sowohl im untersuchten Joghurt als auch in der Margarine seien weniger Fett gewesen.

EU-Bürger erster und zweiter Klasse?

Dafür enthielt der Markenkaffee in Tschechien um 30 Prozent mehr Koffein als in Deutschland. Und ein großer Softdrink-Hersteller war offenbar um die Figur der Tschechen besorgt: Während er seine Limonaden in Deutschland mit Zucker versetzte, befanden sich in Tschechien Fruktose-Glukose-Sirup und die künstlichen Süßstoffe Aspartam und Acesulfam in der Rezeptur – obwohl es sich nicht um ein “Light”-Getränk handelte. Sehnalova kritisierte weiters, dass in einer Fleischkonserve Puten- statt Schweinefleisch enthalten gewesen sei.

Die Sozialdemokratin beklagte bei der Vorstellung der Studie, dass ein ähnliches Untersuchungsergebnis in der Slowakei im Jahr 2011 folgenlos geblieben sei. Sehnalova will daher eine länderübergreifende Allianz im Europaparlament schmieden, um den Druck auf die Europäische Kommission zu erhöhen.

Eine Verbündete ist die kroatische Sozialdemokratin Biljana Borzan, die eine ähnliche Studie in ihrer Heimat durchführen will. “Es darf in der EU keine Bürger erster und zweiter Klasse mehr geben”, sagte Borzan nach Angaben der Nachrichtenagentur Hina bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sehnalova in Pula. Geplant ist auch eine offizielle Vorstellung der Studie im Europaparlament im September. (red/APA)

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