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EU: 18 Millionen für Osttimor

Die Europäische Kommission hat der von schweren Unruhen und Anarchie heimgesuchten Republik Osttimor eine Finanzhilfe in Höhe von 18 Millionen Euro zugesichert.

Ein entsprechendes Abkommen wurde am Freitag im Beisein des osttimoresischen Ministerpräsidenten Mari Alkatiri unterzeichnet. EU-Kommissionspräsident José Manuel Durao Barroso erklärte in Brüssel, Osttimor habe die „volle Unterstützung und Solidarität“ der Europäischen Union.

Die von der EU-Kommission für zwei Jahre bewilligten Mittel sind für Entwicklungsprojekte auf dem Land und zur Stabilisierung der staatlichen Institutionen vorgesehen. Für die Jahre 2008 bis 2013 hat die EU bereits 63 Millionen Euro Finanzhilfe für Osttimor eingeplant. In dem seit vier Jahren unabhängigen südostasiatischen Land ist es in den vergangenen Wochen zu schweren Unruhen gekommen. Ausgelöst wurden sie durch die Entlassung von 600 Soldaten, einem Drittel des gesamten Heeres. Ende Mai eskalierte die Gewalt, binnen weniger Tage kamen mindestens 30 Menschen ums Leben. Australien, Neuseeland, Malaysia und die ehemalige Kolonialmacht Portugal entsandten eine Eingreiftruppe zur Wiederherstellung der Ruhe.

Osttimor (Timor Leste) ist kleiner als Niederösterreich und war von 1520 bis 1975 portugiesisch. Nach der Ausrufung der Unabhängigkeit durch die Befreiungsbewegung „Fretilin“ marschierten indonesische Truppen ein. Die Besatzungsarmee machte sich schwerster Menschenrechtsverstöße schuldig. Erst nach dem Zusammenbruch der Suharto-Diktatur einigten sich Indonesien und Portugal unter UNO-Vermittlung auf ein Selbstbestimmungs-Referendum in Osttimor im August 1999, doch die Besatzungsarmee und von ihr gesteuerte Milizen überzogen daraufhin die Inselhälfte mit einer Welle der Gewalt. Etwa 250.000 Menschen mussten fliehen, viele wurden von der Besatzungsmacht nach Westtimor vertrieben oder verschleppt. Eine multinationale Eingreiftruppe unter Führung Australiens setzte dem Morden ein Ende. Im Mai 2002 wurde Osttimor nach einer UNO-Übergangsverwaltung eine unabhängige Republik unter der Präsidentschaft des Freiheitshelden José Alexandre („Xanana“) Gusmao.

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